Löffel im Regen

Der Regen der letzten Tage hat mich zu einer etwas ungewöhnlichen Fotositzung verleitet.
Das Tröpfeln und Gluckern, die satten Farben und der schöne Glanz der feuchten Holzoberflächen im Garten wollten irgend wie festgehalten werden.

Nach einigen Fehlversuchen bin ich bei folgender Anordnung hängen geblieben (entschuldigt den Kalauer, es muss einfach sein ;-) )

Die verwendeten Holzarten

  • Hasel für die beiden äusseren Löffel
  • Birke für die kleine Schöpfkelle
  • Alle übrigen Löffel sind aus Wildkirsche

Jetzt, da eine Übersicht vorhanden ist, könnt ihr die folgenden Bilder einfach geniessen.

 

Die kleine Kelle gefällt mir von der Formgebung sehr gut.
Wenn ihr genau acht gebt, seht ihr dass die Kerbe in den beiden Salatbestecken unterschiedlich gross ist. Welche Version gefällt euch besser?

 

Ich hatte sogar Glück und konnte einen fallenden Tropfen erhaschen. Weiterlesen

Schulprojekt Kleiderhaken schnitzen

Den entscheidenden Anstoss zum Projekt, dass ich mit einer Schulklasse durch führen durfte, bekam ich beim lesen im Blog Holt & Heath Wooden Treenware.
Es waren schon einige andere Ansätze vorhanden. Doch beim Vorbereiten sind mir immer wieder Bedenken gekommen ob die Kinder mit einem zufriedenstellendem Ergebnis nach Hause gehen würden. Hier nun war der erwähnte Beitrag die Initialzündung und ich konnte mich im Wald nach den passenden Materialien umsehen. Glücklicherweise wusste ich wo ein Bekannter  seinen letzten Reisschlag hatte und wurde dort in den Überbleibseln fündig.

Jedes Kind erhielt einen bereits gespaltenen und einen grob zugesägten Rohling. So konnten sie neben Schnitzen, Sägen und Löcher bohren auch das Spalten eines Rundlings erleben. Sie waren konzentriert bei der Sache und gingen alle mit einem fertigen Haken nach Hause gehen.

Da ich mir ja schon die Mühe gemacht hatte das Rohmaterial aus dem Wald zu holen, sollte das Übrige nicht einfach auf den Brennholzstapel wandern. Das Ergebnis einiger kurzweiliger Stunden könnt ihr unten betracheten.

Brennnesselschnur: Rohstoff sammeln und präparieren

Bei unserer letzten Waldwanderung ist mir aufgefallen wie gross die Brennnesseln schon wieder sind und da hat es mich in den Fingern gejuckt wieder ein mal eine Brennnesselschnur her zu stellen. Ich möchte euch gerne auf dem Weg zur fertigen Schnur mitnehmen.

Zuerst müssen wir einen geeigneten Platz finden an dem die Nesseln richtig gross sind. Je länger die Brennnessel ist, desto länger sind die einzelnen Fasern, die wir für die Schnur verdrillen können. Auch versuche ich darauf zu achten, dass ich die Nesseln an einer Stelle ernte, an der sie viel Sonne abbekommen. Ich empfinde diese Fasern stabiler und somit leichter zu verarbeiten. Oft deutet eine rötliche Färbung an den Stängeln auf eine bessere Qualität hin.

Zum ernten packt man den Stängel und zieht die Pflanze mitsamt Wurzeln aus dem Boden. Erstens läuft man so nicht Gefahr ins Gesicht gestochen zu werden wenn man die Nessel unten abschneiden möchte und zweitens kann man die ganze Pflanzenlänge ausnutzen. Ich ziehe immer Handschuhe an, es gibt aber einige hartgesottene, die das Sammeln mit blossen Händen machen. Hat man die Brennnessel aus dem Boden gezogen, bricht man die oberen 10cm ab. Dies Sück ist zu dünn und die Fasern nicht stabil genug. Dann werden die Blätter von oben nach unten abgestreift.

Nun muss man sammeln bis man ein schönes grosses Bündel zusammen hat.
Der nächste Schritt ist das Brechen des Marks. Will man nur eine  kurze Schnur herstellen, kann man die Stängel zwischen Daumen und Zeigefinger drücken. Bei einer grösseren Menge schmerzen die Finger jedoch recht bald.  Ich verwende einfach irgend eine feste und verhältnismässig glatte Unterlage und in diesem Fall ein Stück Schwemmholz als Klüpfel. Die Knoten im unteren Bereich der Stängel sollten auf jeden Fall bearbeitet werden da sie sonst später unnötig Mühe bereiten.

Sind alle Stängel geklopft, können sie mit dem Daumennagel geöffnet und auf der ganzen Länge ausgebreitet werden.
Der einfachste Weg das Mark von den äusseren Fasern zu trennen, ist den ausgebreiteten Stängel in der Hälfte zu knicken. Dabei bricht das Mark auf und man kann es mit dem Daumen von der Faser lösen.

Das Ergebnis ist ein schöner Streifen Brennnesselfasern. Nach einiger Zeit wird man mit einem Bündel dieser Fasern belohnt die dann über Nacht zum trocknen aufgehängt werden.

Ich versuche so viel wie möglich von dem für mich unbrauchbaren Material im Wald zu lassen, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag zur Humusbildung ist.

Ein Holzlöffel kehrt zurück

Manchmal finden sie tatsächlich den Weg in die Tagespresse, die Holzlöffel.
Ja, sie haben Geschichten zu erzählen. Manche haben weite Reisen hinter sich, andere erzählen vom alltäglichen Leben.
Wie viel hört so ein Holzlöffel, wie viel Lachen, wie viele Tränen, welche ernsten Disskussionen oder lustigen Zwischenfälle?  So wie alle die uns umgebenden Gegenstände von unserer Lebensgeschichte erzählen, so hat auch dieser spezielle Löffel eine interessante Geschichte hinter sich, die vor 72 Jahren in Uhldingen am Bodensee begann. Seine Geschichte könnt ihr beim Südkurier nachlesen (Link anklicken).

 

Bild mit freundlicher Genehmigung des Autors

Bild mit freundlicher Genehmigung des Autors

Wie haltbar sind Holzlöffel?

Jeder kennt den Holzkochlöffel aus der Küche und kann bestätigen,dass der einiges aushält.
Wie sieht es aber mit anderen Holzlöffeln wie Aufgebe-, Schöpf- und Esslöffel aus?
Da in der Zwischenzeit in den meisten Haushalten der Holzlöffel weitgehend verschwunden ist, bis auf ein hin und wieder vorhandenes Salatbesteck, stellt sich oft die Frage ob so ein Holzlöffel überhaupt für den harten Alltagsgebrauch geeignet ist.

Anhand von drei Löffeln möchte ich zeigen, dass das durchaus der Fall sein kann. Die Bilder zeigen die ersten Holzlöffel, die ich aus Begeisterung und mit dem Ziel sie zu nutzen erwarb. Sie sind alle von Barnaby Carder alias Barn the Spoon. Seine Löffel gehören für mich nach wie vor zu den am best durchdachten Gebrauchslöffeln die ich bisher gesehen und genutz habe.

Fangen wir mit den Aufgebelöffeln an:

Diese Aufgebelöffel sind aus Kirsche geschnitzt, liegen wunderbar in der Hand und sind täglich bei uns im Einsatz. Sie kommen sowohl mit heissen als auch mit kalten Speisen in Berührung. Hinterher werden sie natürlich abgewaschen und werden auch mal im Einweichwasser vergessen, wo sie dann erst am nächsten Morgen gerettet werden. Da das Liegen im Wasser und das damit verbundene Quellen und anschliessende Trocknen, eine der grössten Strapazen für Holzlöffel sind, kann man erkennen, dass ihnen fast nichts erspart bleibt. Das Einzige was sie nicht aushalten müssen ist die Spülmaschine.

Seit November 2011, inzwischen also über 2 Jahre, sind die Löffel bei uns im Gebrauch. Auf den Bildern erkennt man, dass sie an den häufig benutzten Kanten etwas abgeschabt sind. Ansonsten aber noch tadellos in Ordnung. Kein Reissen, kein Verwinden!

Weiter geht es mit meinem Esslöffel. Weiterlesen

Neue Löffelmesserklingen

Loeffelmesserklingen

So wie viele andere Löffelschnitzer auch war ich sehr gespannt auf die Auslieferung der Löffelmesserklingen von Robin Wood.
Nun ist es so weit, dass sich überall auf der Welt die Schnitzer über ihre Post hermachen und die neuen Klingen auspacken.Mit einem Erfahrungsbericht kann ich natürlich erst aufwarten, wenn die Klingen mit Griffen versehen und einige Löffel geschnitzt sind.