Brennnesselschnur: fertig stellen

Nun ging es doch länger bis ich die Brennnesselschnur, für die ich das Material sammelte, fertig stellen konnte. Zum Glück wird der Rohstoff nicht schlecht solange er trocken gelagert wird.

Im folgenden zeige ich euch mein Vorgehen beim Herstellen der Brennesselschnur. Diese Art Schnüre zu drehen ist nicht die einzige händische Methode und sie ist auch nicht die schnellste. Mir sagt sie jedoch am meisten zu. Die andere bekannte Methode ist das Verdrehen der Fasern auf dem Oberschenkel.  Als ich begann diese Schnüre zu flechten, gab es so gut wie keine Anleitungen im deutschsprachigen Netz, so langsam ändert sich das aber und evtl. ist die “Oberschenkelmethode” auch schon irgendwo in deutsch kommentiert.

Also wollen wir beginnen:
Die trockenen Fasern kann man direkt verwenden, in meinem Fall wurden sie vorher wieder etwas angefeuchtet. Dass verhilft zu einer homogeneren Schnur und die Finger danken es einem auch.

Wenn die Fasern sich leicht feucht anfühlen (nicht nass, sonst wird die Schnur beim trockenen locker) nimmt man sich eine und fängt mit der Schnur an. Für eine dünne Schnur wie meine nimmt man eine einzelne Faser. Diese nimmt man so in die Hand, dass sie etwa 1/3 zu 2/3 geteilt ist. So wird das Einfügen von weiteren Fasern zum Verlängern vereinfacht. Die einzelnen Schritte lest ihr einfach in den Bildunterschriften nach.

Wie gesagt, es ist nicht die schnellste Art Schnüre herzustellen, aber auch so kommt man voran.

Die 6 Meter sind in ungefähr 2 Stunden geflochten bzw. gedreht worden.

Mit dieser Methode kann man eigentlich alle faserigen Materialien zu Schnüren verdrehen. Selber habe ich neben Brennesseln; Brombeeren, Klematis und Lindenbast verarbeitet. Von Leder, Wolle und anderen Bastelmaterialien abgesehen.

Wenn ihr selber mit anderen Materialien Schnüre hergestellt habt, würde es mich interessieren davon zu hören.

 

Baum des Jahres 2014

Den Farben der Blätter nach zu urteilen neigt sich das Jahr langsam dem Ende zu. Warum werde ich denn erst jetzt auf den Baum des Jahres 2014 aufmerksam? In einer Zeitschrift fiel mir der Steckbrief vom Baum des Jahres 2014 ins Auge. Neugierig geworden bemühte ich eine der zahlreichen Suchmaschinen.
Unter den Ergebnissen zu der Eingabe “Traubeneiche” war einerseits der Link zur Baum des Jahres Stiftung, und dann ein Eintrag, der die Traubeneiche mit dem Begriff Weisseiche in Verbindung brachte.

Sofort war ich hell wach und musste weiter stöbern. Warum hat mich der Begriff Weisseiche so aufgeschreckt? Nun, in vielen amerikanischen Blogs, die sich mit der Bearbeitung von grünem Holz befassen, werden immer wieder die Vorzüge des “White Oak” Holzes gelobt. Haben wir es also in der Traubeneiche mit dem gleichen Baum zu tun? Wie so oft bei Gedankenblitzen war auch diese Schlussfolgerung etwas voreilig, und nach einigen Recherchen stellte sich folgendes heraus:

Die White Oak (Quercus alba) ist in Nordamerika beheimatet, ist jedoch nicht die gleiche Art wie die Traubeneiche (Quercus petraea). Die bei uns heimische Traubeneiche und Stieleiche (Quercus robur) zählen aber ebenso wie die White Oak und einige andere Eichen zu der Gruppe der Weisseichen. Diese Weisseichen werden von der Roteiche und den Immergrünen Eichen durch ihre Holzeigenschaften unterschieden.

Nach dem mir das klar geworden war, wollte ich doch wissen ob die Traubeneichen auch bei uns zu finden sind und bin mit meiner kleinen Gesellschaft in den Wald gegangen. Mit Hilfe eines Bestimmungsbuches konnten wir anhand von einigen Merkmalen bald eine Traubeneiche ausfindig machen.

Am deutlichsten zu erkennen sind die langestielten Blätter und die Eicheln, die sehr nahe an den Zweigen sitzen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist recht schwer im Bild festzuhalten. Sie hat einen geraden Stamm der fast bis in die Kronenspitze durch geht. In Natura ist es meist gut zu erkennen. Weiterlesen

Endlich meine “Worum gehts” Seite aktualisiert

Als ich diesen Beitrag auf dem Blog Feenstaub las, musste ich unwillkürlich meine eigene Seite anschauen. Es hat mich dann doch etwas erschreckt wie wenig Information dort zu finden ist. Natürlich dachte ich: “Setzt dich mal schnell hin und führst noch etwas weiter aus worum es dir geht.”

Falsch gedacht! In Worte zu fassen was einem wichtig ist, dass ist gar nicht so einfach. Ein Anfang ist gemacht. Die letzte Version dieser Seite ist es jedoch mit Sicherheit nicht. Und das ist sicher auch gut, da sich im Laufe der Zeit auch die Schwerpunkte ändern.

Bei Interesse könnt ihr gerne zu der frischen Seite wechseln.

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Endlich Schuhe ausziehen

Nach einem langen Arbeitstag ist es doch wirklich eine Wohltat nach Hause zu kommen und sich die Schuhe aus zu ziehen. Zu oft artete dieser Akt jedoch mehr in Turnen als in eine Entspannung aus. Um diesem Umstand ein Ende zu setzen wurden einige Escheteile an der Schnitzbank bearbeitet. Die Zapfen angeschnitten und die Löcher gebohrt. Leider sind nur zwei “Zwischenschrittbilder” entstanden, diese möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Die langen Sprossen sind wirklich ein ganzes Stück länger als die meiner Hocker. Das Zusammenpressen der Seitenteile mit diesen langen Sprossen, hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ohne ein zweites Paar Hände wären sie mir gebrochen denn man musste sie die ganze Zeit am seitlichen Ausweichen hindern. Zuletzt war es geschafft und der Rahmen zusammengepresst. Da ich leider noch nicht ganz firm im Herstellen von Brettern mit Handwerkzeugen bin (erstens fehlt die Erfahrung und zweitens das Werkzeug), hat mir der örtliche Schreiner aus Esche zwei Bretter gemacht die als Sitzfläche und Fachboden dienen. Beim Abholen der Bretter musste ich doch ein wenig schlucken über die Menge der Scheine die ich bei ihm lassen musste. Demzufolge werde ich mich in Zukunft  mehr mit der Verarbeitung von gesägtem und getrocknetem Holz befassen.
Natürlich kann man Möbel aus frischem Holz bauen wie z.B.  Peter Follansbee es zeigt. Aber auch das hat noch Zeit bis ich es ausprobiere.
Wer genau hinsieht wird feststellen, dass aus den zwei Brettern dann drei geworden sind. Ich war doch etwas zu optimistisch und musste das Brett für den Boden auftrennen um es einfädeln zu können. Befestigt sind die Bretter mit Holznägeln.

Und so kann man endlich in aller Gemütlichkeit die Schuhe von den Füssen ziehen.

Löffelfertigung im Siegerland

Die ausführliche Beschäftigung mit einem Thema führt mich unweigerlich dazu über die Geschichte bzw. die Herkunft einer Technik oder eines Gegenstandes nach zu denken.

Durch die englisch sprachigen Löffelschnitzer bin ich überhaupt auf dieses Handwerk aufmerksam geworden und bin sehr dankbar für alle Informationen die ich in diversen Blogs, Foren und persönlichen Kontakten erhalten konnte. Dann gibt es noch eine grosse Gruppe Löffelschnitzer in den skandinavischen Ländern, woher auch der Gedanke des Sloid zu uns gelangt.

Doch auch in den deutschsprachigen Ländern muss es Löffelschnitzer gegeben haben. Das zeigen zum einen diverse archäologische Funde und zum anderen solche Beiträge wie der von Herrn Bensberg, in dem er aus einem wissenschaftlichen Bericht von 1781 zitiert. In diesem Bericht von Jung Stilling wird unter anderem erwähnt, dass die Schnitzer ca. 60 Esslöffel am Tag herstellten. Was mich neben der hohen Tagesproduktion erstaunt hat, ist auch, dass diese Löffel nicht nur für einen regionalen Markt hergestellt, sondern international gehandelt wurden.
Der ganze Text von Herrn Bensberg ist hier zu finden: Löffelschnitzerei in Helberhausen

Da die Löffelschnitz- und Grünholzszene in Deutschland nicht sehr gross und vernetzt ist, gibt es noch sehr viel Informationen zu entdecken und zusammen zu tragen. Über jeden Hinweis zu bestehenden Arbeiten über die Geschichte der Grünholzbearbeitung im allgemeinen und dem Löffelschnitzen im besonderen bin ich dankbar. Regionale Besonderheiten sind natürlich sehr interessant.

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Löffel im Regen

Der Regen der letzten Tage hat mich zu einer etwas ungewöhnlichen Fotositzung verleitet.
Das Tröpfeln und Gluckern, die satten Farben und der schöne Glanz der feuchten Holzoberflächen im Garten wollten irgend wie festgehalten werden.

Nach einigen Fehlversuchen bin ich bei folgender Anordnung hängen geblieben (entschuldigt den Kalauer, es muss einfach sein ;-) )

Die verwendeten Holzarten

  • Hasel für die beiden äusseren Löffel
  • Birke für die kleine Schöpfkelle
  • Alle übrigen Löffel sind aus Wildkirsche

Jetzt, da eine Übersicht vorhanden ist, könnt ihr die folgenden Bilder einfach geniessen.

 

Die kleine Kelle gefällt mir von der Formgebung sehr gut.
Wenn ihr genau acht gebt, seht ihr dass die Kerbe in den beiden Salatbestecken unterschiedlich gross ist. Welche Version gefällt euch besser?

 

Ich hatte sogar Glück und konnte einen fallenden Tropfen erhaschen. Weiterlesen

Schulprojekt Kleiderhaken schnitzen

Den entscheidenden Anstoss zum Projekt, dass ich mit einer Schulklasse durch führen durfte, bekam ich beim lesen im Blog Holt & Heath Wooden Treenware.
Es waren schon einige andere Ansätze vorhanden. Doch beim Vorbereiten sind mir immer wieder Bedenken gekommen ob die Kinder mit einem zufriedenstellendem Ergebnis nach Hause gehen würden. Hier nun war der erwähnte Beitrag die Initialzündung und ich konnte mich im Wald nach den passenden Materialien umsehen. Glücklicherweise wusste ich wo ein Bekannter  seinen letzten Reisschlag hatte und wurde dort in den Überbleibseln fündig.

Jedes Kind erhielt einen bereits gespaltenen und einen grob zugesägten Rohling. So konnten sie neben Schnitzen, Sägen und Löcher bohren auch das Spalten eines Rundlings erleben. Sie waren konzentriert bei der Sache und gingen alle mit einem fertigen Haken nach Hause gehen.

Da ich mir ja schon die Mühe gemacht hatte das Rohmaterial aus dem Wald zu holen, sollte das Übrige nicht einfach auf den Brennholzstapel wandern. Das Ergebnis einiger kurzweiliger Stunden könnt ihr unten betracheten.