Endlich meine “Worum gehts” Seite aktualisiert

Als ich diesen Beitrag auf dem Blog Feenstaub las, musste ich unwillkürlich meine eigene Seite anschauen. Es hat mich dann doch etwas erschreckt wie wenig Information dort zu finden ist. Natürlich dachte ich: “Setzt dich mal schnell hin und führst noch etwas weiter aus worum es dir geht.”

Falsch gedacht! In Worte zu fassen was einem wichtig ist, dass ist gar nicht so einfach. Ein Anfang ist gemacht. Die letzte Version dieser Seite ist es jedoch mit Sicherheit nicht. Und das ist sicher auch gut, da sich im Laufe der Zeit auch die Schwerpunkte ändern.

Bei Interesse könnt ihr gerne zu der frischen Seite wechseln.

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Endlich Schuhe ausziehen

Nach einem langen Arbeitstag ist es doch wirklich eine Wohltat nach Hause zu kommen und sich die Schuhe aus zu ziehen. Zu oft artete dieser Akt jedoch mehr in Turnen als in eine Entspannung aus. Um diesem Umstand ein Ende zu setzen wurden einige Escheteile an der Schnitzbank bearbeitet. Die Zapfen angeschnitten und die Löcher gebohrt. Leider sind nur zwei “Zwischenschrittbilder” entstanden, diese möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Die langen Sprossen sind wirklich ein ganzes Stück länger als die meiner Hocker. Das Zusammenpressen der Seitenteile mit diesen langen Sprossen, hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ohne ein zweites Paar Hände wären sie mir gebrochen denn man musste sie die ganze Zeit am seitlichen Ausweichen hindern. Zuletzt war es geschafft und der Rahmen zusammengepresst. Da ich leider noch nicht ganz firm im Herstellen von Brettern mit Handwerkzeugen bin (erstens fehlt die Erfahrung und zweitens das Werkzeug), hat mir der örtliche Schreiner aus Esche zwei Bretter gemacht die als Sitzfläche und Fachboden dienen. Beim Abholen der Bretter musste ich doch ein wenig schlucken über die Menge der Scheine die ich bei ihm lassen musste. Demzufolge werde ich mich in Zukunft  mehr mit der Verarbeitung von gesägtem und getrocknetem Holz befassen.
Natürlich kann man Möbel aus frischem Holz bauen wie z.B.  Peter Follansbee es zeigt. Aber auch das hat noch Zeit bis ich es ausprobiere.
Wer genau hinsieht wird feststellen, dass aus den zwei Brettern dann drei geworden sind. Ich war doch etwas zu optimistisch und musste das Brett für den Boden auftrennen um es einfädeln zu können. Befestigt sind die Bretter mit Holznägeln.

Und so kann man endlich in aller Gemütlichkeit die Schuhe von den Füssen ziehen.

Löffelfertigung im Siegerland

Die ausführliche Beschäftigung mit einem Thema führt mich unweigerlich dazu über die Geschichte bzw. die Herkunft einer Technik oder eines Gegenstandes nach zu denken.

Durch die englisch sprachigen Löffelschnitzer bin ich überhaupt auf dieses Handwerk aufmerksam geworden und bin sehr dankbar für alle Informationen die ich in diversen Blogs, Foren und persönlichen Kontakten erhalten konnte. Dann gibt es noch eine grosse Gruppe Löffelschnitzer in den skandinavischen Ländern, woher auch der Gedanke des Sloid zu uns gelangt.

Doch auch in den deutschsprachigen Ländern muss es Löffelschnitzer gegeben haben. Das zeigen zum einen diverse archäologische Funde und zum anderen solche Beiträge wie der von Herrn Bensberg, in dem er aus einem wissenschaftlichen Bericht von 1781 zitiert. In diesem Bericht von Jung Stilling wird unter anderem erwähnt, dass die Schnitzer ca. 60 Esslöffel am Tag herstellten. Was mich neben der hohen Tagesproduktion erstaunt hat, ist auch, dass diese Löffel nicht nur für einen regionalen Markt hergestellt, sondern international gehandelt wurden.
Der ganze Text von Herrn Bensberg ist hier zu finden: Löffelschnitzerei in Helberhausen

Da die Löffelschnitz- und Grünholzszene in Deutschland nicht sehr gross und vernetzt ist, gibt es noch sehr viel Informationen zu entdecken und zusammen zu tragen. Über jeden Hinweis zu bestehenden Arbeiten über die Geschichte der Grünholzbearbeitung im allgemeinen und dem Löffelschnitzen im besonderen bin ich dankbar. Regionale Besonderheiten sind natürlich sehr interessant.

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Löffel im Regen

Der Regen der letzten Tage hat mich zu einer etwas ungewöhnlichen Fotositzung verleitet.
Das Tröpfeln und Gluckern, die satten Farben und der schöne Glanz der feuchten Holzoberflächen im Garten wollten irgend wie festgehalten werden.

Nach einigen Fehlversuchen bin ich bei folgender Anordnung hängen geblieben (entschuldigt den Kalauer, es muss einfach sein ;-) )

Die verwendeten Holzarten

  • Hasel für die beiden äusseren Löffel
  • Birke für die kleine Schöpfkelle
  • Alle übrigen Löffel sind aus Wildkirsche

Jetzt, da eine Übersicht vorhanden ist, könnt ihr die folgenden Bilder einfach geniessen.

 

Die kleine Kelle gefällt mir von der Formgebung sehr gut.
Wenn ihr genau acht gebt, seht ihr dass die Kerbe in den beiden Salatbestecken unterschiedlich gross ist. Welche Version gefällt euch besser?

 

Ich hatte sogar Glück und konnte einen fallenden Tropfen erhaschen. Weiterlesen

Schulprojekt Kleiderhaken schnitzen

Den entscheidenden Anstoss zum Projekt, dass ich mit einer Schulklasse durch führen durfte, bekam ich beim lesen im Blog Holt & Heath Wooden Treenware.
Es waren schon einige andere Ansätze vorhanden. Doch beim Vorbereiten sind mir immer wieder Bedenken gekommen ob die Kinder mit einem zufriedenstellendem Ergebnis nach Hause gehen würden. Hier nun war der erwähnte Beitrag die Initialzündung und ich konnte mich im Wald nach den passenden Materialien umsehen. Glücklicherweise wusste ich wo ein Bekannter  seinen letzten Reisschlag hatte und wurde dort in den Überbleibseln fündig.

Jedes Kind erhielt einen bereits gespaltenen und einen grob zugesägten Rohling. So konnten sie neben Schnitzen, Sägen und Löcher bohren auch das Spalten eines Rundlings erleben. Sie waren konzentriert bei der Sache und gingen alle mit einem fertigen Haken nach Hause gehen.

Da ich mir ja schon die Mühe gemacht hatte das Rohmaterial aus dem Wald zu holen, sollte das Übrige nicht einfach auf den Brennholzstapel wandern. Das Ergebnis einiger kurzweiliger Stunden könnt ihr unten betracheten.

Brennnesselschnur: Rohstoff sammeln und präparieren

Bei unserer letzten Waldwanderung ist mir aufgefallen wie gross die Brennnesseln schon wieder sind und da hat es mich in den Fingern gejuckt wieder ein mal eine Brennnesselschnur her zu stellen. Ich möchte euch gerne auf dem Weg zur fertigen Schnur mitnehmen.

Zuerst müssen wir einen geeigneten Platz finden an dem die Nesseln richtig gross sind. Je länger die Brennnessel ist, desto länger sind die einzelnen Fasern, die wir für die Schnur verdrillen können. Auch versuche ich darauf zu achten, dass ich die Nesseln an einer Stelle ernte, an der sie viel Sonne abbekommen. Ich empfinde diese Fasern stabiler und somit leichter zu verarbeiten. Oft deutet eine rötliche Färbung an den Stängeln auf eine bessere Qualität hin.

Zum ernten packt man den Stängel und zieht die Pflanze mitsamt Wurzeln aus dem Boden. Erstens läuft man so nicht Gefahr ins Gesicht gestochen zu werden wenn man die Nessel unten abschneiden möchte und zweitens kann man die ganze Pflanzenlänge ausnutzen. Ich ziehe immer Handschuhe an, es gibt aber einige hartgesottene, die das Sammeln mit blossen Händen machen. Hat man die Brennnessel aus dem Boden gezogen, bricht man die oberen 10cm ab. Dies Sück ist zu dünn und die Fasern nicht stabil genug. Dann werden die Blätter von oben nach unten abgestreift.

Nun muss man sammeln bis man ein schönes grosses Bündel zusammen hat.
Der nächste Schritt ist das Brechen des Marks. Will man nur eine  kurze Schnur herstellen, kann man die Stängel zwischen Daumen und Zeigefinger drücken. Bei einer grösseren Menge schmerzen die Finger jedoch recht bald.  Ich verwende einfach irgend eine feste und verhältnismässig glatte Unterlage und in diesem Fall ein Stück Schwemmholz als Klüpfel. Die Knoten im unteren Bereich der Stängel sollten auf jeden Fall bearbeitet werden da sie sonst später unnötig Mühe bereiten.

Sind alle Stängel geklopft, können sie mit dem Daumennagel geöffnet und auf der ganzen Länge ausgebreitet werden.
Der einfachste Weg das Mark von den äusseren Fasern zu trennen, ist den ausgebreiteten Stängel in der Hälfte zu knicken. Dabei bricht das Mark auf und man kann es mit dem Daumen von der Faser lösen.

Das Ergebnis ist ein schöner Streifen Brennnesselfasern. Nach einiger Zeit wird man mit einem Bündel dieser Fasern belohnt die dann über Nacht zum trocknen aufgehängt werden.

Ich versuche so viel wie möglich von dem für mich unbrauchbaren Material im Wald zu lassen, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag zur Humusbildung ist.

Ein Holzlöffel kehrt zurück

Manchmal finden sie tatsächlich den Weg in die Tagespresse, die Holzlöffel.
Ja, sie haben Geschichten zu erzählen. Manche haben weite Reisen hinter sich, andere erzählen vom alltäglichen Leben.
Wie viel hört so ein Holzlöffel, wie viel Lachen, wie viele Tränen, welche ernsten Disskussionen oder lustigen Zwischenfälle?  So wie alle die uns umgebenden Gegenstände von unserer Lebensgeschichte erzählen, so hat auch dieser spezielle Löffel eine interessante Geschichte hinter sich, die vor 72 Jahren in Uhldingen am Bodensee begann. Seine Geschichte könnt ihr beim Südkurier nachlesen (Link anklicken).

 

Bild mit freundlicher Genehmigung des Autors

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