Der widerspenstige Ast

Manchmal läuft mir ein Stück Holz über den Weg bei dem ich grosses Potential für interessante Löffel sehe.

Der Pflaumenast hier versprach auch so einiges … an Arbeit!
Eigentlich selber Schuld, hätte ich ihn mir genauer angesehen, so wäre er vermutlich direkt auf dem Brennholzhaufen gelandet. Nachdem ich aber schon angefangen hatte, wollte ich nicht mehr zurück, und so rangen der Ast und ich eine gute Weile miteinader.

Zuerst meinte ich noch ganz zuversichtlich allein mit dem Spaltmesser die Arbeit zu bewältigen. Das war schon mal der erste falsche Ansatz. Also nahm ich Holz- und Alukeile zu Hilfe und öffnete so langsam den ersten Spalt. Lasst euch vom Holzklüpfel im Hintergrund nicht täuschen, hier waren Fäustel und Vorschlaghammer gefragt😀
Auf dem ersten Bild sieht man gut, dass ich mir ein wenig Mühe sparen wollte, ich entfernte die Rinde nicht. Das Entfernen ist allerdings sehr sinnvoll, da man dadurch eine widerspenstige Schicht los wird und ausserdem den Riss besser sieht und so die Keile präziser setzen kann. Na, ich habs dann nachgeholt.

Weiter ging es Stück für Stück. Ohne eine Axt und das Stecheisen hätte ich vermutlich hier aufgegeben. Die Fasern hielten wahnsinnig gut zusammen, sodass ich sie einzeln durchtrennen musste bis dann endlich zwei Teile vor mir lagen.

Die untere Hälfte war etwas zu wuchtig und so entschied ich mich noch etwas mehr Holz weg zu spalten. Dieses Mal ging es einfacher, bis ich unvermutet auf die Fasern eines quer laufenden Astes stiess. Dieser Ast war eigentlich schon die ganze Zeit über sichtbar. Ich wollte nur vermutlich nicht wahr haben, dass das hier besser auf dem Brennholzhaufen aufgehoben wäre.

Nun ja, einmal angefangen will ich wirklich sehen wass alles aus dem Knorren werden kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Altes Handwerk, Fehraltdorf

Auf dem diesjährigen Oldie-Traktorentreffen der Freunde alter Landmaschinen  in Fehraltdorf, in unserem schönen Nachbarland Schweiz, durfte ich an zwei Tagen Löffel schnitzen. Es gab viele Interessierte die sich das Herstellen eines Holzlöffels mit einfachsten Mitteln zeigen liessen.

Natürlich gab es einige erstaunte Blicke als die Axt so nahe an den Fingern arbeitete, da ich allerdings noch alle Finger habe waren die meisten Besucher schnell beruhigt😉

Das Festgelände konnte sich sehen lassen; gross, mit allem nötigen ausgestattet und gut organisiert. Am wichtigsten aber, gut besucht, mit allerlei schönen Traktoren und auch anderem alten Gefährt. Mein Standnachbar hatte etliche alte Motorsägen ausgestellt, auch Zweimannmotorsägen, funktionstüchtig waren sie!

Der eine oder ander Besucher war sehr interessiert und vielleicht hat irgend wo der Löffelschnitzvirus zugebissen😀

Alles in allem eine Veranstaltung die mir gut gefallen hat und so schliesse ich mich dem Bild unten an.

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Ein guter Schluck

Ich konnte dieses kleine Schmuckstück bei Karel eintauschen. Kirschenholz in eine feine und harmonische Form gebracht. Mich fasziniert bei jedem Betrachten und Benutzen, dass Karel die äussere Oberfläche nur mit der Axt bearbeitet hat. Ein so präzises Arbeiten mit dem schweren Werkzeug finde ich genial!

A beautiful little bowl made by Karel. The outside surface was created only with an axe.

Trockenes Möbel

Welchem Holzwurm geht es nicht so das er „mal kurz“ ein Regal bauen soll? Mir passiert es oft das aus dem mal kurz ein recht langes Projekt wird. Da es diesmal aber wirklich schneller gehen sollte als sonst üblich bin ich durch unseren Dachboden und Keller und habe mir passende Holzkisten rausgesucht.

Von vornherein war klar das das keine hochpräzise Schreinerarbeit werden wird und doch sollte das Möbel stabil stehen. Eine weitere Vorgabe die ich mir machte: auch anderes Material wiederverwerten!

Durch das Verschrauben der Kisten untereinander war die Stabilität recht einfach her zu stellen. Für die „Deckel“ konnten Sperrholzreststücke herhalten und die Auflageleisten für die Fachböden liessen sich in Form eines Fichtenbrettchens auftreiben. Die Auflageleisten sind im Sinne des Möbels nicht angeschraubt sonder mit Drahtstiften angenagelt.

Mit den Fachböden tauchte allerdings eine Herausforderung auf. Das Holz, die Seite eines alten Bettes, war zwar vorhanden. Jedoch war die Breite mit knapp 17cm zu klein, dafür die Dicke mit guten 27mm zu stark. Na ja, trennen wir das Kieferbrett mal schnell auf und verleimen es wieder zu ausreichen breiten Fachböden. Denkste…
Kreissäge vorhanden? Nö!
Bandsäge? Keine da!
Alternative? Gestellsäge mit Schlitzsägeblatt!

Also gut, dann wollen wir mal, dachte ich. Doch nur für das erste Drittel des ersten, inzwischen auf Länge geschnittenen, Brettes. Obwohl das Blatt frisch geschärft war ist es eine Plackerei gewesen. Eine grösse Zahnteilung wäre sicherlich hilfreich, doch wie auf die Schnelle die Veränderung bewerkstelligen? Da kam mir zum Glück die zündende Idee und ich besorgte mir ein Schittersägeblatt. Das Blatt hat jetzt zwar eine etwas eigenartige Zahngeometrie dafür lief das Auftrennen der Bretter bedeutend zügiger.

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Coarse rip saw blade filed from a „Schittersäge“ blade

Auch das Verlaufen des Blattes im Inneren des Brettes reduzierte sich deutlich. Danach war das Verleimen und Einpassen der Bretter in die Kisten ein Kinderspiel.

Soweit wären jetzt alle Anforderungen erfüllt; standfest, recht schnell gebaut und aus wiederverwerteten Materialien. Ich könnte es also aufstellen und verwenden. Doch so wirkt da Regal sehr zusammengeschustert.

Eine Lösungsmöglichkeit wäre das Regal zu streichen. Ich bin nach wie vor recht zurückhaltend mit Farben auf Holzmöbeln. In diesem Fall schien es angebracht und ich wollte unbedingt ein mal „Milkpaint“ ausprobieren. Nach einem kurzen Kriegsrat mit der Familie einigten wir uns auf einen Farbton und ich bestellte eine vorgefertigte Trockenmischung. Die Verwendung war denkbar einfach, schnell trocknend und nach dem Schleifen schön glatt. Aus meiner Sicht war hier der Einsatz von Farbe ideal damit eine einheitlichere Wirkung erzielt werden konnte.

Uns gefällts🙂

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Milkpaint pulled the different materials nicely together.

 

Leffe und Hoanzlbeng – Impressionen

Jetzt ist es schon wieder eine Woche her, dass wir unser erstes Grünholztreffen erleben durften.

Vielen Dank an unsere Kursleiter Karel Hekrle und Jane Mickelborough (Jane reiste spontan aus Frankreich an). Vor allem aber an Tilman Greiner der unser Treffen mit seiner Wippdrechselbank bereicherte, und um alles unter zu bringen, den Weg mit einem Anhänger zu uns machen musste.
Der Jexhof mit seiner charmanten Atmosphäre und den netten und hilfsbereiten Mitarbeitern hat unglaublich viel zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Für uns war es eine dufte Zeit und wir haben uns gefreut neue Gesichter kennen zu lernen. Das Arbeiten am frischen Holz mit Gleichgesinnten ist wirklich immer wieder ein besonderes Erlebnis. So wie es von vielen ausgedrückt wurde hoffen wir auch auf eine Wiederholung des Treffens. Sollte ein neuer Termin feststehen, werden wir ihn rechtzeitig bekannt geben.

Zu guter letzt hier noch ein paar Bilder von unserer „Fotoreporterin“ Kerstin. Viel Spass beim Wiedererleben der schönen Augenblicke.

2016_frischesholz-44 Hoch die Löffel

Der Zeltplatz auf der Obstwiese war schön, bis auf die Mücken

Grundlagen der Axt mit Karel

Esslöffelgestaltung mit Werner

Oberflächendekoration nach alpenländischer und bretonischer Art mit Jane und Frederik

Tilman zeigt den Umgang mit der Wippdrehbank und ein spezielles Werkzeug um Nuten in Grünholzmöbeln her zu stellen

facetierte Teelöffel mit Karel

Grundlagen des Schnitzmessers mit Frederik

Weitere Impressionen