Neue Löffel

Es sind wieder ein paar Löffel fertig geworden die ihren Weg in den Marktplatz gefunden haben. Sie sind aus Kirsche und Wildpflaume. Der kleine Schöpfer war schon bei einer familieninternen Präsentation der meist kommentierte Löffel :-)

I have finished some spoons that are available in the market square. They are carved from cherry and wild plum. Until now I had the most comments on the little scoop.

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Lederarbeiten zum Jahreswechsel

Über das vergangene Jahr verteilt sammelten sich bei mir Werkzeuge an die keinen passenden Schneidenschutz hatten. Gegen Ende des Jahres war dann genug zusammen gekommen, so dass sich ein Lederprojekt lohnte.

Also das Lederwerkzeug rausgekramt und losgelegt…
Natürlich kam etwas dazwischen und so wurde zuerst und in aller Eile ein Schneidenschutz zusammen genietet. Für den Rest der Arbeiten konnte ich mir etwas mehr Zeit nehmen. Hier das Ergebnis

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Jetzt zeige ich euch noch im Einzelnen wofür ich die Teile fertigte.

Zwei sind recht eindeutig zu Äxten zuzuordnen. Die genietete Variante ist eindeutig schneller her zu stellen. Das Nähen macht mehr spass :-)
Ob ich das Öffnen nach oben oder nach unten bevorzuge werde ich jetzt ausprobieren können.

Der nächste Überzieher ist für mein grosses Löffelmesser gedacht. Die Schutzvorichtungen die ich bisher für die grossen Löffelmesser zu Gesicht bekam sind alle immer mit irgend einem Nachteil verbunden gewesen. Leider ist meine Lösung auch nicht optimal. Irgend wann werde ich diesen Lederstrumpf beim aufstecken oder abziehen durchschneiden. Vielleicht fällt mir bis dahin etwas besseres ein.

An dem Schneidenschutz für mein neues Ziehmesser wollte ich keine Metallteile. Daher entschloss ich mich eine Verschlussvariante aus Leder zu testen die in meinem Buch über Lederflechten zu finden ist. Es funktioniert gut. Bei einem weiteren Versuch würde ich allerdings die Verschlussriemen etwas breiter machen damit das ganze stabiler wird.

Dieser letzte Schutz hat mir am meisten Freude bereitet, konnte ich doch einmal wieder einen Lederknoten flechten.
Das Löffelschnitzmesser, für das ich am Wochenende voller Messergriffe einen langen Griff fertigte, passt natürlich mit dem langen Griff nicht in meine Werkzeugrollen. Die Verschlusstechnik ist so angelegt, dass Messer mit unterschiedlich langem Griff in der Hülle untergebracht werden können. Die Funktionsweise ist auf dem ersten Satz Bilder gut zusehen.

Und zu guter Letzt ein paar Detailaufnahmen einfach weils schön ist.

Weihnachtsgruss

Ich danke allen Lesern dieses Blogs von Herzen für die Kommentare, Likes und Zuschriften. Hoffentlich findet ihr in den kommenden Tagen nach der unausweichlichen Weihnachtshektik, bei einer Tasse mit heissem Getränk, Zeit über das vergangene und über das kommende Jahr nach zu denken. Zeit Zukunftsplänen, Visionen und Wünschen nach zu hängen und Zeit euch mit den Möglichkeiten zu beschäftigen diese Ideen handgreiflich und zeitnah umzusetzen.

Ich freue mich auf ein Wiederlesen im neuen Jahr.

Denn also liebt Gott den Kosmos, sodass er seinen alleiniggewordenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern äonisches Leben habe. (Joh. 3,16)

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Und da ich mich nicht entscheiden konnte welches Bild ich denn nun für diesen Beitrag verwenden soll im folgenden die anderen die zur Auswahl standen ;-)

Schneidenschutz nachgebaut

Im November zeigte Werner auf diesem Blog wie er aus Kirschbaumrinde einen Schneidenschutz herstellt. Da ich nach meinem Wochendende voller Messergriffe zwei Messer mit gerader Klinge hatte die noch ungeschütz herum lagen, war das die ideale Möglichkeit die Anleitung in die Tat umzusetzten.

Bei mir lag noch etwas Birkenrinde im Arbeitszimmer die ich anstelle der Kirschenrinde zum Einsatz brachte. Die erste Messerscheide aus Rinde, die ich seit geraumer Zeit machte, zeigt die fehlende Übung. Etwas unförmig und zu breit geraten und beim Binden mit dem Leder hab ich mich auch noch verhaspelt. Also noch mal neu machen? Nö! Sie funktioniert und ist eine Anregung es beim nächsten Mal besser zu machen.

Dann hatte ich Glück und erfuhr wo der Förster gerade Fichten gefällt hatte. Natürlich dachte ich gleich an die vielen schönen Beispiele von Messerscheiden die mit Fichtenwurzeln gebunden waren. Also ab in den Wald und bei den gefällten Fichten Wurzeln ausgegraben. Dankbarer Weise war der Boden an dem Ort schön weich und voller Humus, ganz im Gegensatz zu dem sonst kalkig und steinigen Untergrund bei uns in der Gegend. So waren die Wurzeln leicht heraus zu holen und auch noch schön gerade, im Vergleich zu den knorrigen und verwachsenen Bodenankern die ich vorher mal auszugraben versuchte.

Nach einigen abendfüllenden Vorbereitungen hatte ich etliche Meter gespaltene Fichtenwurzeln. Davon ist eine aus einem Gedankeblitz heraus mit Wasserfarben ( :-) mal sehen wie lange das hält) angemalt und in dem Schneidenschutz für das Damastmesser verarbeitet worden.

Fichtenwurzel ist ein sehr interessantes Material. Ich werde es auch bei anderen Projekten versuchen einzusetzen.

Sollte einer von euch angeregt worden sein selber einen Schneidenschutz nachzubauen würde ich mich über Nachrichten freuen.

Stollentruhen aus Ungarn

Ich bin auf einen tollen alten Film aufmerksam gemacht worden der um 1955 herum vom oder für das ethnografische Museum Ungarns gedreht wurde. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise den Bau einer Stollentruhe mit einfachsten Mitteln aber unglaublich viel Erfahrung.
Übrigens hat Peter Follansbee Kontakt mit Tamás Gyenes der diese Tradition fortführt. Wenn man die Bilder betrachtet meint man fast es ist der selbe Ort. Hier Peters Beitrag: Tamás Gyenes’ riven beech chests

Found this old green wood working film on making riven chests in Hungary.  The film was produced around 1955 when one of the few remaining craftsmen was filmed building a chest. According to the commentator the whole build took six days. Interestingly enough Peter Follansbee came into contact with Tamás Gyenes who still builds this chests. The photos on Peters Blog look as if they are images from a colour version of this film :-)

Weitere Löffel für meine Sammlung

Für meine kleine Löffelsammlung konnte ich bei der Spänerei in München von Karel zwei sehr schöne Löffel eintaschen. Na ja, einen Löffel und einen kleinen Schöpfer. Beide wunderbar fein ausgearbeitet. Der kleine Schöpfer ist wirklich die Wucht wenn es darum geht leichtes und feines aus einem Behältnis zu schöpfen. Das er letzten Endes im Glas mit selbstgesammelten Tee landet ist nicht erstaunlich da Karel selber gerne Tee trinkt und seine Schöpfer für so feines Gut optimiert sind.

Zusätzlich hier noch ein paar Bilder von meinem Lieblingsschöpferchen. Martin Hazel hat ihn geschnitzt. Bei der vorigen Fotorunde hat er es nicht mit ins Bild geschafft. Dafür dies mal!

Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Na wenn der Gastbeitrag von Werner nicht zu meinem vorhergehenden Beitrag passt. Viel Spass beim Nachbauen dieser netten Rindenverwertungsgegenstände ;-)


 

Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Nachdem die meisten von uns doch regelmäßig Zeit in das Schärfen der Schnitzmesser investieren, ist ein vernünftiger Schneidenschutz Pflicht für das gute Stück. Für das Mora 106 wird er mitgeliefert, ist aber (rein subjektiv betrachtet) ein wirklich scheußliches Stück Kunststoff, diverse andere Schnitzmesser werden nur in einer geeigneten Versandverpackung geliefert. Natürlich kann man für seine Werkzeuge Hüllen aus Leder nähen – das ist aber unbestritten eine recht aufwändige Angelegenheit.
Einfacher geht das in jedem Fall mit einem schlichten Schutz aus Rinde. Im Internet kursieren diverse Anleitungen, die mal mehr mal weniger aufwändig sind, aber eines gemeinsam haben – das Material ist Birkenrinde. Zugegeben, das ist definitiv DAS Material dafür, aber in den Breiten in denen ich wohne, habe ich bis jetzt noch kein vernünftiges Stück Birkenrinde gefunden, das dafür tatsächlich geeignet wäre …
Wesentlich einfacher zu finden ist dagegen Kirschrinde, die meines Erachtens für diese Anwendung sicher nicht schlechter abschneidet. Kirschrinde ist zwar verglichen mit Birke relativ dünn, aber wenn man zwei Lagen verleimt erhält man ein Material mit vernünftiger Dicke und Zähigkeit/Reißfestigkeit.

Der erste Schritt in Richtung Schneidenschutz ist das Abschälen der Rinde, das Holz muss dafür nicht frisch geschlagen sein, eigentlich funktioniert das recht zuverlässig solange das Holz noch eine fühlbare Restfeuchte hat (das gute Stück auf dem Foto lag so circa 9 Monate im Schatten auf der Nordseite unseres Hauses). Am einfachsten ist es, nach dem Einschneiden die Rinde vorsichtig ein wenig mit dem Messer anzuheben und dann mit einem abgeflachten Stück Holz abzulösen.

Daraufhin schneiden wir aus unserem Rindenstück einen Streifen der gut doppelt so breit ist, wie der Scheidenschutz den wir daraus herstellen wollen – das wäre für ein Mora 106 etwas über 5 cm.
Die benötigte Länge für ein Mora 106 liegt so circa bei 35 cm – pauschal etwa 2 cm länger als die vierfache Länge der Klinge …
Dieser Rindenstreifen wird der Länge nach gefalzt und mit einer ordentlichen Menge Weißleim versehen. Der Streifen wird dann in der Mitte gefaltet und die beiden Hälften nochmals nach innen eingeschlagen – an dieser Stelle braucht man etwas Geduld, weil das Ganze durch den frischen Leim tendenziell eine ordentliche Sauerei macht. Es empfiehlt sich zu prüfen, ob die Klinge in dem Konstrukt auch Platz findet, ideal sind 5mm „Luft“ nach unten, damit sich die Spitze nicht durchbohrt. Falls alles zufriedenstellend aussieht, wird unser Klingenschutz in spe bis zum Abbinden des Leims gepresst.

Damit wäre eigentlich das Schlimmste schon vorbei und mit etwas Fantasie kann man auch erahnen, wie das gute Stück aussehen wird. Der nächste Schritt besteht darin die Kanten etwas zuzuschneiden, das Endprodukt kann rechteckig sein oder eine die Klingenform leicht andeuten – das ist reine Geschmackssache. Der fertige Zuschnitt sollte links und rechts jeweils um die 3 mm breiter sein als die Klinge.
Als nächstes sollte man sich das Material vorbereiten mit dem der gefaltete Rindenstreifen „umwickelt“ wird – das kann ein Streifen Rinde sein, längs gespaltene Fichtenwurzel oder auch ein Lederrest.

Ich benutze gerne dünnes Leder, das ist aus meiner Sicht die einfachste Variante. Nun wickelt man den zugeschnittenen Streifen wie auf den Bildern gezeigt von unten nach oben.


Ob man dabei wie gezeigt die Hülle vorher längs in der Mitte teilt (nur die äußere Lage!) richtet sich nach den persönlichen Vorlieben – beide Ergebnisse haben ihren Reiz.
Nachdem das überstehende Bindematerial abgeschnitten wurde, kann man die Enden mit einem kleinen Tropfen Kleber gegen das Herausrutschen sichern.
Das fertige Ergebnis hat aus meiner Sicht einen eher archaischen Charme, ist aber wesentlich schöner als jedes Stück Plastik …

Macht’s gut
Werner