Trockenes Möbel

Welchem Holzwurm geht es nicht so das er „mal kurz“ ein Regal bauen soll? Mir passiert es oft das aus dem mal kurz ein recht langes Projekt wird. Da es diesmal aber wirklich schneller gehen sollte als sonst üblich bin ich durch unseren Dachboden und Keller und habe mir passende Holzkisten rausgesucht.

Von vornherein war klar das das keine hochpräzise Schreinerarbeit werden wird und doch sollte das Möbel stabil stehen. Eine weitere Vorgabe die ich mir machte: auch anderes Material wiederverwerten!

Durch das Verschrauben der Kisten untereinander war die Stabilität recht einfach her zu stellen. Für die „Deckel“ konnten Sperrholzreststücke herhalten und die Auflageleisten für die Fachböden liessen sich in Form eines Fichtenbrettchens auftreiben. Die Auflageleisten sind im Sinne des Möbels nicht angeschraubt sonder mit Drahtstiften angenagelt.

Mit den Fachböden tauchte allerdings eine Herausforderung auf. Das Holz, die Seite eines alten Bettes, war zwar vorhanden. Jedoch war die Breite mit knapp 17cm zu klein, dafür die Dicke mit guten 27mm zu stark. Na ja, trennen wir das Kieferbrett mal schnell auf und verleimen es wieder zu ausreichen breiten Fachböden. Denkste…
Kreissäge vorhanden? Nö!
Bandsäge? Keine da!
Alternative? Gestellsäge mit Schlitzsägeblatt!

Also gut, dann wollen wir mal, dachte ich. Doch nur für das erste Drittel des ersten, inzwischen auf Länge geschnittenen, Brettes. Obwohl das Blatt frisch geschärft war ist es eine Plackerei gewesen. Eine grösse Zahnteilung wäre sicherlich hilfreich, doch wie auf die Schnelle die Veränderung bewerkstelligen? Da kam mir zum Glück die zündende Idee und ich besorgte mir ein Schittersägeblatt. Das Blatt hat jetzt zwar eine etwas eigenartige Zahngeometrie dafür lief das Auftrennen der Bretter bedeutend zügiger.

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Coarse rip saw blade filed from a „Schittersäge“ blade

Auch das Verlaufen des Blattes im Inneren des Brettes reduzierte sich deutlich. Danach war das Verleimen und Einpassen der Bretter in die Kisten ein Kinderspiel.

Soweit wären jetzt alle Anforderungen erfüllt; standfest, recht schnell gebaut und aus wiederverwerteten Materialien. Ich könnte es also aufstellen und verwenden. Doch so wirkt da Regal sehr zusammengeschustert.

Eine Lösungsmöglichkeit wäre das Regal zu streichen. Ich bin nach wie vor recht zurückhaltend mit Farben auf Holzmöbeln. In diesem Fall schien es angebracht und ich wollte unbedingt ein mal „Milkpaint“ ausprobieren. Nach einem kurzen Kriegsrat mit der Familie einigten wir uns auf einen Farbton und ich bestellte eine vorgefertigte Trockenmischung. Die Verwendung war denkbar einfach, schnell trocknend und nach dem Schleifen schön glatt. Aus meiner Sicht war hier der Einsatz von Farbe ideal damit eine einheitlichere Wirkung erzielt werden konnte.

Uns gefällts🙂

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Milkpaint pulled the different materials nicely together.

 

Leffe und Hoanzlbeng – Impressionen

Jetzt ist es schon wieder eine Woche her, dass wir unser erstes Grünholztreffen erleben durften.

Vielen Dank an unsere Kursleiter Karel Hekrle und Jane Mickelborough (Jane reiste spontan aus Frankreich an). Vor allem aber an Tilman Greiner der unser Treffen mit seiner Wippdrechselbank bereicherte, und um alles unter zu bringen, den Weg mit einem Anhänger zu uns machen musste.
Der Jexhof mit seiner charmanten Atmosphäre und den netten und hilfsbereiten Mitarbeitern hat unglaublich viel zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Für uns war es eine dufte Zeit und wir haben uns gefreut neue Gesichter kennen zu lernen. Das Arbeiten am frischen Holz mit Gleichgesinnten ist wirklich immer wieder ein besonderes Erlebnis. So wie es von vielen ausgedrückt wurde hoffen wir auch auf eine Wiederholung des Treffens. Sollte ein neuer Termin feststehen, werden wir ihn rechtzeitig bekannt geben.

Zu guter letzt hier noch ein paar Bilder von unserer „Fotoreporterin“ Kerstin. Viel Spass beim Wiedererleben der schönen Augenblicke.

2016_frischesholz-44 Hoch die Löffel

Der Zeltplatz auf der Obstwiese war schön, bis auf die Mücken

Grundlagen der Axt mit Karel

Esslöffelgestaltung mit Werner

Oberflächendekoration nach alpenländischer und bretonischer Art mit Jane und Frederik

Tilman zeigt den Umgang mit der Wippdrehbank und ein spezielles Werkzeug um Nuten in Grünholzmöbeln her zu stellen

facetierte Teelöffel mit Karel

Grundlagen des Schnitzmessers mit Frederik

Weitere Impressionen

 

 

 

Leffe und Hoanzelbeng: Kursleiter Tilman Greiner

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Wer sich etwas mit Grünholzbearbeitung beschäftigt wird unweigerlich auf Tilman stossen. Er ist einer der Pioniere der jüngeren Generation von Grünholzwerkern in Deutschland.

Seit gut 15 Jahren beschäftigt er sich mit dem Bau von Möbeln aus frischem Holz. Inzwischen hat er sich auf Stühle und Truhen spezialisiert und hat dabei unzählige Stunden hinter der Wippdrechselbank und auf der Schnitzbank (Hoanzelbeng) zugebracht. Neben den Auftragsarbeiten ist Tilman auch auf vielen Märkten Landauf, Landab an zu treffen. Zusätzlich bietet er verschiedene Kurse an. Auf einem dieser Kurse ist meine eigene Schnitzbank entstanden.🙂

Tilman wird uns an beiden Tagen an diesem gesammelten Wissen teilhaben lassen und zeigen welches Werkzeug in der Grünholzbearbeitung zum Einsatz kommt und worin sich ihre Anwendung und andere spezielle Grünholztechniken von der klassischen Massivholzbearbeitung unterscheiden.

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Leffe und Hoanzlbeng: Programm

Liebe Grünholzbegeisterte,

hier endlich das Programm für unsere gemeinsamen zwei Tage.

Vorneweg noch einige wichtige Informationen.

  • Teilnahme nur nach vorhergehender Anmeldung unter leffeundhoanzl@mnet-online.de
  • Wir nutzen das Gelände des Jexhof daher zahlen alle Teilnehmer den regulären Museumseintritt.
  • nur für die Einsteigerkurse am Samstag stellen wir Werkzeug zur Verfügung
  • Unkostenbeitrag pro Kurs und Person 10,- €

Programm Samstag 9.07.2016
10:00 Uhr    Begrüssung
11:00 Uhr    Workshop I (Umgang mit dem Schnitzmesser) – Frederik
11:00 Uhr    Workshop II (Umgang mit der Axt) >> Englischsprachig << – Karel
13:00 Uhr    Mittagspause
14:00 Uhr    Workshop III (Umgang mit der Axt/Schnitzmesser je nach Bedarf) – Werner
14:00 Uhr    Vorführung: Werkzeuge, Gerätschaften, Techniken  – Tilman
17:00 Uhr    Ende

Programm Sonntag 10.07.2016
10:00 Uhr   Beginn
11:00 Uhr    Workshop I (Gestaltung eines Esslöfels) – Werner
11:00 Uhr    Vorführung: Werkzeuge, Gerätschaften, Techniken – Tilman
13:00 Uhr    Mittagspause
14:00 Uhr    Workshop III (faceted Teaspoon)  >> Englischsprachig << – Karel
14:00 Uhr    Workshop II (alpenländisches Kerbschnitzen) – Frederik
16:00 Uhr    Spoonclub
17:00 Uhr    Ende

Für unsere Camper noch ein Hinweis:
Da Sanitäre Einrichtungen nur während der Öffnungszeiten des Museums  zur Verfügung stehen haben wir uns entschieden ein DIXI auf stellen zu lassen. Wir bitten daher um Kostenbeteiligung.

Bei Fragen oder Unklarheiten bitte ungeniert an uns wenden.

 

Leffe und Hoanzlbeng: Kursleiter Karel Hekrle

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Karel Hekrle, ein aus der Tschechischen Republik stammender Löffelschnitzer, wird uns als Kursleiter unterstützen. Ich lernte ihn am 2013er Spoonfest in Edale kennen. Schon damals war er ein sehr guter Schnitzer. In der Zwischenzeit hat er sich immer mehr in die Materie vertieft und sich unter anderem auf (Tee)Schäufelchen und Kuksas spezialisiert.Seinem freundlichen Lächeln kann man sich schwerlich entziehen und bei einer Tasse Tee entspinnt sich schnell ein Gespräch über, na was den wohl ?🙂

Am Samstag zeigt er wie man sicher mit der Axt aus einem gespaltenen Stück Holz einen Rohling herausarbeiten kann.

Am Sonntag wird er in ein fortgeschrittenes Thema einsteigen und sich mit den Kursteilnehmern der Herstellung eines facettierten Teelöffels widmen. Diese kleinen Löffel sind recht zügig her zu stellen, erfordern aber bereits eine gute Kenntnis der Werkzeuge um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Unten ein Beispiel von seinem Blog