Erinnerung / reminder Spänerei

Ich erinnere euch gerne an das gemütliche Schnitztreffen das bei München am 5.September stattfinden soll. Nähere Infos bitte im Originalbeitrag nachlesen.

Die Spänerei Originalbeitrag

Here´s a reminder for all of you looking for a relaxing day of spoon carving near Munich on 5 September. Have a look at the original post for details (link above).

Auch neues wird alt

Obwohl ich es vorhatte mein neues Projekt zügiger voran zu treiben gingen doch mehr Wochen in das Land als anfänglich geplant. Wie man sehen kann fing das Ganze schon im zeitigen Frühjahr an mit dem Spalten der Kastanienstämmchen. Auf der Schnitzbank wurde dann daraus die Säule. Das war der einfachere Teil. Schwieriger war das verwirklichen des Armes, was unter anderem am Werkzeug lag. Mein grösster Bohrer hat einen Durchmesser von 25mm und da das Holz meines Armes nicht viel breiter war dachte ich das passt.

Nach dem Bohren zeigte sich aber das die Säule viel zu dünn werden würde. Also biss ich in den sauren Apfel und besorgte mir einen Satz Staketenbohrer. Um das grössere Loch zu Bohren musste nicht nur das 25mm Loch gefüttert werden sondern auch der Arm etwas an Masse zulegen.

Nachdem das Bohren des Lochs so wunderbar klappte war ich voll in Fahrt und vergass von den weiteren Schritten beim Formen des Arms Fotos zu machen. Nach dem Schnitzen der Aufnahme musste die Säule noch in das Loch eingepasst werden. Wieder eine ideale Arbeit für die Schnitzbank. Auch das meiste der Armkontur wurde mit Ziehmesser und Schnitzbank geformt.

Die Probeausftellung zeigt das jetzt alles für den nächsten Schritt bereit ist, aber wie war das mit meiner Freundschaft mit den elektrischen Leitern …

Der unerwartete Löffel

Nachdem die Überraschung gelungen ist kann ich hier meine Bilder des Löffels zeigen den ich Volker habe zukommen lassen.

Dieser Löffel ist das Ergebnis aus einem Kommentar den er zu diesem Beitrag machte. Eine ganze Weile wehrte ich mich gegen den Wunsch der Herausforderung nach zu geben. Aber irgend wann kam dann doch der Moment und ich schnitzte einen Löffel auf dem hoffentlich genügend Platz für den langen Text war.

Das es gereicht hat könnt ihr auf den Fotos sehen. Es hat mir richtig Spass gemacht mit den Buchstaben zu jonglieren bis sie ihren Platz gefunden hatten.

Aber das ihr jetzt nicht denkt ein herausfordender Kommentar genügt und es kommt ein Löffel zu euch ;-)

Seltenes Handwerk

Es ist nicht leicht schön gemachte Bücher über das Handwerk im allgemeinen und über das Holzhandwerk im besonderen von deutschen Autoren zu finden. Die meisten Bücher die mir gefallen stammen aus dem englischsprachigen Raum.

Zu Weihnachten bekam ich ein Buch das eine sehr interessante Mischung aus allem genannten ist. Ein deutscher Autor und ein aus New York gebürtiger Fotograf haben das Handwerk im allgemeinen und dabei diverse Sparten des Holzhandwerks dokumentiert. Dazu sind sie in Mitteldeutschland unterwegs gewesen um seltenem Handwerk nach zu spüren.

36 Handwerke werden in Wort und Bild vorgestellt, wobei jeder der beiden Schaffenden seine eigenen Schwerpunkte setzt und sie so zusammen ein vielfältiges Bild vermitteln. Die “klassischen” seltenen Handwerke wie Geigenbauer und Schmied sind vertreten, aber wer hat schon mal etwas von einer Postamentiererin oder einem Webeblattbinder gehört?

Die Texte sind so geschrieben, dass der interessierte Laie etwas von der Geschichte des Berufes und der Werkstatt erfährt und häufig in die Atmosphäre des jeweiligen Ortes eintauchen kann. Natürlich bin ich neugierig und hätte mir zu den meisten Berufen noch mehr technische Details, entweder in den Bildern oder im Text gewünscht. Doch was mich interessiert kann für den nächsten wieder zu viel des Guten sein und da ich das Buch von dem einen bis zum anderen Buchdeckel gelesen habe passt es auch so!

Beim Muldenhauer fand ich einiges Werkzeug und etliche Arbeitstechniken wieder die ich häufig einsetze. Blicke in den Bildhintergrund lohnen sich, dort findet sich so manches was über die Arbeitsweisen der Handwerker mehr erzählt als man auf den ersten Blick vermutet.

Wer in diesem Buch kein Lexikon erwartet , sondern sich auf Geschichten aus den jeweiligen Berufen einlässt, wird einiges entdecken können.

Gesammelte Löffel

In meiner Minisammlung von Löffeln, die durch andere Schnitzer gefertigt wurden, befinden sich bisher nur solche die auch benutzt werden. Durch diesen regelmässigen Umgang mit ihnen entsteht eine gewisse Verbindung und man lernt die Vorzüge und Nachteile der jeweiligen Form kennen.

Einiges das sich zu Anfang komisch anfühlte erweist sich bei näherer Betrachtung als durchaus angenehm und durchdacht. Wiederum anderes kann sehr schön aussehen, sich jedoch bald als ungeschickte Formgebung herausstellen.

Ich kann nur jedem, der sich ernsthaft mit der Gestaltung von Holzlöffeln auseinander setzten will, raten sich immer wieder mal einen Löffel ein zu tauschen oder zu kaufen und diesen über einen längeren Zeitraum zu benutzen. Die Erfahrungen die man dadurch sammelt sind sehr wertvoll und anschliessend kann man versuchen die Erkentnisse in die eigene Gestaltung einfliessen zu lassen.

Das ist nicht immer einfach, z.B. finde ich die Laffenform des Esslöffels von Barn sehr angenehm. Trotz mehrerer Versuche bin ich noch nicht an die tolle Haptik dieser Laffe rangekommen.

Meine Sammlung habe ich einmal fotografiert und für euch online gestellt ( wobei mir gerade auffällt das noch ein Löffel fehlt. Na ja bei der nächsten Fotorunde wird er ergänzt).

Galerie

Die Spänerei

Alle die mit ihrem Werkzeug nicht nur schöne Späne erzeugen wollen, sondern auch dem Holzlöffel erlegen sind, sind zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen.

Am 5. September in 82194 Gröbenzell bei München

Jeder darf gute Laune und sein Werkzeug mitbringen, dann wollen wir uns einen Tag lang dem Thema Holzlöffel hingeben. Hackklötze stehen einige zur Verfügung. Holz ist auch ein wenig vorhanden. Wer selbst interessantes Holz hat, kann davon gerne etwas mitbringen.

Bei Interesse meldet euch bitte unter folgender Mailadresse an, dann gibt es auch noch ein paar genauere Informationen:

spaenerei@mnet-online.de

Wir freuen uns auf interessante Begegnungen und viele schöne Löffel.
Es grüssen Werner Fuchs und Frederik Uijs

We want to invite everybody interested in having a laid-back day chatting and carving wooden spoons.

We will be meeting on 5 September in 82194 Gröbenzell near Munich.

Just pack your tools and good spirit, then we will have a nice day all centred around the wooden spoon. We have a few chopping blocks and also a bit of suitable wood. If you have some wood yourself then don’t hesitate to bring it too.

If you are interested contact us for more information:

spaenerei@mnet-online.de

We look forward to meeting you.
Best regards
Werner Fuchs and Frederik Uijs

Das Werkzeug: Schnitzbeil

Heute darf ich euch wieder einen Gastbeitrag von Werner Fuchs präsentieren. Ohne viele weitere Worte übergebe ich ihm das Heft.


DAS SCHNITZBEIL – AUCH EINE STI(E)LFRAGE

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ganz anderer Beitrag stehen – einer den ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit zugesagt habe, aber leider brauche ich dafür einen ganzen Tag schönes Wetter und das war bis jetzt das große Hindernis …

Deshalb hier (sozusagen zur Überbrückung) ein paar Gedanken zum Thema Axt (ich benutze hier des Öfteren den Ausdruck Axt – wer sich aus welchen Gründen auch immer daran stört, soll ihn meinetwegen durch Beil ersetzen). Aus meiner Sicht ist die Axt das am meisten unterschätzte Schnitzwerkzeug – wir entfernen circa 90% des “überflüssigen” Holzes eines Löffels mit der Axt und das in nur in etwa einem Viertel der gesamten Zeit, die wir brauchen um fertig zu werden. Egal was man schnitzen möchte, das erste Werkzeug, das man üblicherweise benutzt ist die Axt, mit ihr legt man auch die grundlegenden Formen fest. Es verdient schon irgendwie eine genauere Betrachtung, das Teil, das offenbar unheimlich effektiv ist und zudem schon ganz am Anfang des Projekts darüber entscheidet wie unser Ergebnis aussehen wird – egal ob es ein Löffel, eine Schüssel, ein Butterstreicher, ein Zaun, ein Rechen oder was auch immer wird … Grundsätzlich ist es zwar möglich mit einer Axt aus dem Baumarkt zu schnitzen, aber das ist aus meiner Sicht maximal die zweitbeste Lösung. Zum Einen liegt das daran, dass die gängigen Baumarkt-Gerätschaften eher zum spalten geeignet sind, beim Schnitzen will ich aber schneiden. Zum Anderen ist die Qualität meistens ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen billig und preiswert.

Wie soll sie denn dann aussehen unsere Axt?

Als erstes ein Blick auf den Teil der Axt, der uns am nächsten ist – den Stiel.

Von all den gängigen Formen, die ein Axtstiel haben kann – gerade, gebogen (unten auf dem Foto) oder geschwungen (oben auf dem Foto) – ist die geschwungene Form in jedem Fall vorzuziehen. Die Hand, die das Werkzeug führt, ist dadurch ein gutes Stück näher an der Schneide – die Axt fühlt sich dadurch wesentlich ausgewogener an. Der Unterschied ist auf dem Foto klar zu sehen; die gedachte Linie zwischen Axtkopf und Stielende hilft im Zweifelsfall die Abstände besser abzuschätzen. Ich konnte mich bis jetzt zumindest nicht mit geraden oder gebogenen Axtstielen anfreunden, sie mögen bei anderen Äxten ihre Berechtigung haben, aber zum Schnitzen sind sie zweite Wahl. Die vernünftige Länge des Stiels liegt nach meiner Erfahrung bei circa 30 bis 40 cm. Bei kürzeren Stielen verliert die Axt leicht die Balance, längere Stiele werden unhandlich und sind beim schnitzen störend.

Der nächste Blick gilt dann wohl dem Axtkopf. Alle aus meiner Sicht empfehlenswerten Äxte haben einen relativ schlanken Kopf – wir erinnern uns, wir wollen schneiden, nicht spalten. Zudem besitzen sie alle einen flachen Anschliff, etwas was man gemeinhin so nicht bei einer Axt erwartet. Üblicherweise ist der Schliff einer Axt ballig, je nach Einsatzzweck mal mehr mal weniger. Ich bevorzuge jedoch schon seit längerem einen flachen Anschliff etwa in der Art, wie wir ihn auch bei unseren Schnitzmessern vorfinden, der Schliffwinkel Weiterlesen