Wie haltbar sind Holzlöffel?

Jeder kennt den Holzkochlöffel aus der Küche und kann bestätigen,dass der einiges aushält.
Wie sieht es aber mit anderen Holzlöffeln wie Aufgebe-, Schöpf- und Esslöffel aus?
Da in der Zwischenzeit in den meisten Haushalten der Holzlöffel weitgehend verschwunden ist, bis auf ein hin und wieder vorhandenes Salatbesteck, stellt sich oft die Frage ob so ein Holzlöffel überhaupt für den harten Alltagsgebrauch geeignet ist.

Anhand von drei Löffeln möchte ich zeigen, dass das durchaus der Fall sein kann. Die Bilder zeigen die ersten Holzlöffel, die ich aus Begeisterung und mit dem Ziel sie zu nutzen erwarb. Sie sind alle von Barnaby Carder alias Barn the Spoon. Seine Löffel gehören für mich nach wie vor zu den am best durchdachten Gebrauchslöffeln die ich bisher gesehen und genutz habe.

Fangen wir mit den Aufgebelöffeln an:

Diese Aufgebelöffel sind aus Kirsche geschnitzt, liegen wunderbar in der Hand und sind täglich bei uns im Einsatz. Sie kommen sowohl mit heissen als auch mit kalten Speisen in Berührung. Hinterher werden sie natürlich abgewaschen und werden auch mal im Einweichwasser vergessen, wo sie dann erst am nächsten Morgen gerettet werden. Da das Liegen im Wasser und das damit verbundene Quellen und anschliessende Trocknen, eine der grössten Strapazen für Holzlöffel sind, kann man erkennen, dass ihnen fast nichts erspart bleibt. Das Einzige was sie nicht aushalten müssen ist die Spülmaschine.

Seit November 2011, inzwischen also über 2 Jahre, sind die Löffel bei uns im Gebrauch. Auf den Bildern erkennt man, dass sie an den häufig benutzten Kanten etwas abgeschabt sind. Ansonsten aber noch tadellos in Ordnung. Kein Reissen, kein Verwinden!

Weiter geht es mit meinem Esslöffel.

Dieser ist seit März 2012 bei fast jedem Frühstück, sei es Müsli oder Brei, dabei.
Er ist aus Ahorn geschnitten und hat eine unglaublich angenehme Laffenform, wobei ich festgestellt habe, dass ich ihn zum Suppe essen nicht so gerne nehme. Da verwende ich diesen Löffel bedeutend lieber.

Dieser Löffel wird nicht ganz so hart rangenommen wie die Aufgebelöffel, zwar muss auch er unterschiedliche Temperaturen aushalten, doch eingeweicht wird er nicht. Ich spüle ihn direkt nach jedem Essen ab und lasse ihn trocknen. Trotz dieser „Spezialbehandlung“ hat sich zu Beginn dieses Jahres ein kleiner Riss an der vorderen Kante gebildet. Woran es liegt habe ich noch nicht abschliessend geklärt. Was sicher einen Einfluss hat sind die kurzen Fasern und die grössere Hirnholzfläche an der Laffenvorderkante.

Wie man sieht können Holzlöffel sehr robuste Alltagsgegenstände sein. Meine halten schon ein ganzes Stückchen länger als viele unserer heutigen Gebrauchsgüter, die kurz nach ihrer 2 jährigen Garantie hinüber sind.
Bei einem organischen Werkstoff wie Holz muss man jedoch immer mit Veränderungen rechen. Der Löffelschnitzer kann durch die Holzauswahl und die Formgebung massgeblich dazu beitragen, dass die  Löffel die Voraussetzungen für einen langen und angenehmen Gebrauch mitbringen. Der Benutzer ist aber nicht unwesentlich an der Lebensdauer eines Holzlöffels beteiligt und kann durch einen etwas rücksichtsvollen Umgang viele Jahre Freude an seinem Löffel haben. Wenn er dann tatsächlich nicht mehr als Ess- oder Schöpfwerkzeug dienen kann, findet der Holzlöffel  problemlos wieder in den Kreislauf von Werden und Vergehen zurück.

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