Baum des Jahres 2014

Den Farben der Blätter nach zu urteilen neigt sich das Jahr langsam dem Ende zu. Warum werde ich denn erst jetzt auf den Baum des Jahres 2014 aufmerksam? In einer Zeitschrift fiel mir der Steckbrief vom Baum des Jahres 2014 ins Auge. Neugierig geworden bemühte ich eine der zahlreichen Suchmaschinen.
Unter den Ergebnissen zu der Eingabe „Traubeneiche“ war einerseits der Link zur Baum des Jahres Stiftung, und dann ein Eintrag, der die Traubeneiche mit dem Begriff Weisseiche in Verbindung brachte.

Sofort war ich hell wach und musste weiter stöbern. Warum hat mich der Begriff Weisseiche so aufgeschreckt? Nun, in vielen amerikanischen Blogs, die sich mit der Bearbeitung von grünem Holz befassen, werden immer wieder die Vorzüge des „White Oak“ Holzes gelobt. Haben wir es also in der Traubeneiche mit dem gleichen Baum zu tun? Wie so oft bei Gedankenblitzen war auch diese Schlussfolgerung etwas voreilig, und nach einigen Recherchen stellte sich folgendes heraus:

Die White Oak (Quercus alba) ist in Nordamerika beheimatet, ist jedoch nicht die gleiche Art wie die Traubeneiche (Quercus petraea). Die bei uns heimische Traubeneiche und Stieleiche (Quercus robur) zählen aber ebenso wie die White Oak und einige andere Eichen zu der Gruppe der Weisseichen. Diese Weisseichen werden von der Roteiche und den Immergrünen Eichen durch ihre Holzeigenschaften unterschieden.

Nach dem mir das klar geworden war, wollte ich doch wissen ob die Traubeneichen auch bei uns zu finden sind und bin mit meiner kleinen Gesellschaft in den Wald gegangen. Mit Hilfe eines Bestimmungsbuches konnten wir anhand von einigen Merkmalen bald eine Traubeneiche ausfindig machen.

Am deutlichsten zu erkennen sind die langestielten Blätter und die Eicheln, die sehr nahe an den Zweigen sitzen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist recht schwer im Bild festzuhalten. Sie hat einen geraden Stamm der fast bis in die Kronenspitze durch geht. In Natura ist es meist gut zu erkennen.

Einige Schritte weiter stand auch noch eine Stieleiche, wie für den Anschauungsunterricht gepflanzt.
Hier sind die Blätter kurz gestielt und die Eicheln hängen an langen Stielen. Und wer sagts denn, wie im Bestimungsbuch ist der Stamm in dicke Äste aufgespalten.
Übrigens war der erste “ Baum des Jahres“ 1989 eine Stieleiche.

Insgesamt ein sehr lehrreicher Ausflug. Irgend wann landet sicher auch mal ein Stück von diesem Holz in meiner Werkstatt.

 

Quellen:
http://baum-des-jahres.de/index.php?id=175&L=
https://www.holzhandel.de/holz-abc/europaeische-eiche.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Traubeneiche
Bäume und Sträucher, Ulrich Hecker, BLV
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5 Kommentare zu “Baum des Jahres 2014

  1. Volker sagt:

    Ich hätte da noch einen tollen Blog, der dich interessieren könnte.
    Peter Follansbee – ein Künstler in jeder Hinsicht.
    http://pfollansbee.wordpress.com/

    Herzlichen Gruß
    Volker

    • Frederik sagt:

      Hi Volker
      Peter macht wirklich tolle Sachen. Letzts Jahr hatte er sogar einen Kurs bei Dictum.
      Aber du hast recht, ich habe seinen Blog noch nicht bei mir verlinkt. 😉
      Danke für die Erinnerung.
      Grüsse
      Frederik

  2. Volker sagt:

    Hallo Frederik,

    also in meiner Werkstatt liegt die Eiche schon lange. Ein tolles Holz zum schreinern!
    Am liebsten sind mir eigentlich die Stücke, die andere als Abfall wegschneiden. Stockflecken oder Stellen mit Pilzbefall. Für mich ein Traum, wenn man das an einem Möbelstück in Szene setzen kann.

    Herzlichen Gruß
    Volker

    PS: Übrigens ein toller Bericht – jetzt kenne ich den Unterschied auch!

    • Frederik sagt:

      Mit getrocknetem Holz durfte ich auch schon einiges bauen. Mit Salmiakgeist geräuchert gibt es einen schönen dunklen Farbton.
      Ich bin auf frische Eiche aus, aber wie gesagt, erst müssen ein paar andere Projekte fertig werden.
      Grüsse
      Frederik

      • Volker sagt:

        Na ja… Eiche bleibt ja lange frisch.
        Hab mir mal für eine Idee im Frühjahr einen Eichenbalken besorgt. Ich glaube 24 cm x 36 cm. Der Balken war bereits 6 Jahre alt (luftgetrocknet). Hab ihn mit der Bandsäge aufgetrennt und das Holz hat sich angefühlt als hätte ich den Baum vergangenen Monat erst umgesägt.
        Gruß
        Volker

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