Reste für das Brennholz

Trotz des milden Winters ist es angesichts der aktuellen Wetterlage noch immer notwendig an Brennholz zu denken. Zum Glück fällt ja bei uns Holzwürmern immer wieder etwas ab das sich zum verheizen eignet.

Bevor ich aber diese Reste auf den Brennholzstapel legte sollte eine äusserst unpraktische Notlösung, die so trotzdem fast sechs Jahre Bestand hatte, verändert werden. Mein Kleinholzlagerplatz fiel mir immer wieder auf den Kopf, wenn ein Mindestbestand unterschritten wurde. Selber Schuld, ich könnte ja rechtzeitig für Nachschub sorgen…

Auf Dauer ist das jedoch kein Zustand und da in dem Restholz so einiges Brauchbares vorhanden war sollte etwas Standfesteres her. Im gleichen Atemzug wollte ich noch ein paar klassische Holzverbindungen an Wildholz ausprobieren. In dem Haufen befanden sich Eiche- und Kastanienstücke. Die Kastanie wurde aufgespalten (Kastanie lässt sich wirklich wunderbar spalten) und so hatte ich denn alle Rohmaterialien die nötig waren. Die Masse der Konstruktion standen nur grob fest und wurden immer wieder angepasst 😉

Mit dem Ziehmesser wurden die Hölzer auf Mass gebracht. Obwohl die Kastanie sehr gerade gewachsen war konnte ich nur ein ungefähres Mass einhalten. Wenn man gewissen Stuhlbauern zuschaut ist da noch sehr viel Übungspotential vorhanden.

Die klassischen Verbindungen die ich ausprobieren wollte waren der Schwalbenschwanz und eine Überblattung mit Holznagel gesichert. Das Anreissen und Ausstemmen waren eine Herausforderung, weil die Pfosten in keiner Richtung gerade waren.

Am zweiten Rahmen wurden die Überblattungen angebracht. Das war, wie zu erwarten, etwas einfacher als die Schwalbenschwanzverbindungen her zu stellen. An die oberen Zapfen dachte ich zum Glück vor dem verleimen. Das Spalten der Holznägel geht mit einem Messer bedeutend einfacher als mit dem Stecheisen, da die gleichmässige Spaltwirkung das Verlaufen des Spaltes vermindert. Nach dem Verleimen der Rahmen wurden die Querfriese gekürzt und alles verputzt. Danach war das Herstellen der Ecküberblattungen für die unteren Kanthölzer verleimen an der Reihe. Diese Eckverbindungen wurden ebenfalls mit Holznägeln gesichert werden.

Beim Einschlagen der Nägel passierte mir ein lehrreiches Malheur. Die Pfosten spalteten sich! Bei einem brach sogar ein ganzes Stück weg. Zu guter Letzt stand aber doch alles fertig da. Es ist kein Schmuckstück geworden und die Verbindungen sind nicht dicht, in keiner Weise Möbelschreinerqualität. Aber ich konnte an dem Experiment folgendes Lernen:

  • Die ideale Verbindung für Wildholz bleiben Zapfen und Bohrung
  • Immer gesundes Holz verwenden (Die Eichepfosten waren zum Teil stark stockig. Was bei einem Löffel oder einer Schale durchaus attraktiv sein kann, hat im Möbelbau keinen Platz)
  • Holznägel dürfen nicht zu stark konisch sein sonst wirken sie wie ein Keil
  • Bei grossen Holzstärken führen konische Holznägel dazu, dass das Austrittsloch nicht ganz ausgefüllt wird.

Jetzt habe ich zumindest einen Platz wo ich mein Anfeuerholz lagern kann ohne das der Himm.. äh, das Holz mir auf den Kopf fällt.

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5 Kommentare zu “Reste für das Brennholz

  1. englandliebhaber-England lover sagt:

    Gute Arbeit!

  2. Volker sagt:

    Hallo Frederik,
    sehr schön!
    Was du mit dem Messer machst, bekommen viele nicht mal mit Maschinen hin.
    Herzlichen Gruß
    Volker

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