Ein Ausflugsziel für gross und klein

Die Saison der Freilichtmuseen hat wieder begonnen.
Ich war bisher nur in wenigen Freilichtmuseen. Doch hatte ich es bisher immer gut getroffen. So auch bei meinem letzten Ausflug in ein Bauernhofmuseum im Schwarzwald. Grosszügiges Gelände, attraktive Ausstellungen und funktionstüchtige Geräte. Zum Teil werden die gesammelten Gebäude noch ihrer Bestimmung gemäss verwendet. Zum Beispiel wird in einer alten russigen Küche schmackhaftes Essen zubereitet, ein Viehstall wird genutzt, aber auch eine Mühle oder eine Klopfsäge werden immer wieder vorgeführt.
Zum Glück kommt jedoch das Alltagsleben in und um den Höfen nicht zu kurz. Dabei galt mein Augenmerk bei diesem Besuch besonders den Holzgegenständen und Konstruktionen. Das Häuser die aus einer waldreichen Gegend stammen viel davon aufzuweisen haben, kann man auf den Bildern sehen.

In einem vorhergehenden Beitrag zeigte ich die vorhandenen Brettstühle die für den Voralpen- und Alpenraum typisch sind.

In einer kleinen Kapelle hing ein sogenannter Heiliggeistvogel (engl. fanbird) mit einer Spannweite von ca. 30 Zenimetern. Exemplare in der Grösse sind mir bisher noch nicht begegnet.

In den Scheunen standen und hingen verschiedene Landwirtschaftliche Geräte, unter anderem Sensen. Unter denen fanden sich einige Exemplare mit interessanten Aufsätzen, über die ich nur Vermutungen anstellen könnte. Vielleicht weiss jemand aus der Leserschaft genaueres?

Neben den Sensen fanden sich in den Scheunen verschiedenste Ausführungen der Schnitzbänke. Diese haben je nach Region unterschiedliche Namen. Bisher kenne ich folgende: Schniedesel, Schnitzpferd, Schnitzelbank und Schindelmacherbank. Wobei letztere anscheinend wirklich etwas anders ausgestaltet sein soll.

Auch die Stuben sind zum Teil noch mit ihrer ursprünglichen Einrichtung ausgestattet. Dabei war für mich eine besonders anziehend.

Neben diesem interessanten Zeugnis der Essgeschirraufbewahrung fand sich ein weiterer Hinweis auf eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. In einem versteckten Winkel hing ein Bild von einem Löffelmacher der gerade dabei ist eine Schapfe aus zu höhlen. Dazu verwendet er ein sehr grosses Löffelmesser. Ich hoffe in der gezeigten Ausschnittsvergrösserung kann man das Werkzeug besser erkennen.

Jetzt ging ich noch aufmerksamer durch die Räume und fand tatsächlich ein Zimmer in dem eine Schneflerwerkstatt (Schnitzerwerkstatt) nachgestellt wurde.

Wie ihr auf den Bildern seht sind dort verschiedenste Werkzeuge und Holzgegenstände in unterschiedlichen Bearbeitungszuständen ausgestellt. Wer weiss wofür die grossen umgekehrten Hobel verwendet wurden? Fügen von Fassdauben? Toll ist auch die fussbetriebene Drechselbank mit dem steinernen Schwungrad. Nur der Hocker kommt mir dort vor der Drechselbank etwas fehl am Platze vor. Wenn ich an meine Versuche mit der Wippdrechselbank denke stehe ich doch lieber. Leider sind die meisten der gezeigten Löffelrohlinge mit der Bandsäge ausgesägt, und vergleicht man das vorhergehende Bild der Schapfe mit den fertig gestellten Löffeln, wirken diese recht klobig.

Ganz zum Schluss unseres Besuches zog ich dann noch das grosse Los. Im Lorenzhof fand sich eine Tafel mit einer Bildserie zu der Herstellung einer Schapfe.

Für mich als Löffelschnitzer sind diese Bilder mit den verschiedenen Werkzeugen ein Glücksfall. Besonders die Art wie das Löffelmesser verwendet wird ist ungewöhnlich. Erwähnenswert finde ich zudem die Gestaltung dieser Kellen. Trotz ihrer Grösse und dass sie als einfacher Gebrauchsgegenstand gedacht waren, sind sie harmonisch gestaltet und haben eine klare Linienführung.

Wie mir das Museum mitteilte ,wurden diese Bilder um das Jahr 1980 in Bernau aufgenommen und zeigen den Schnefler Ernst Baur.

Während ich auf der Jagd nach den vorgestellten Schätzen war, konnte meine Familie ein ganz anderes Tempo anschlagen und andere Schwerpunkte setzten. So wurde dieser Tag nicht nur für mich, sondern auch für den Rest der Familie zu einem gelungenen Erlebnis.

Empfehlenswert!

Bilder: Frederik Uijs
Mit freundlicher Veröffentlichungsgenehmigung des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof.
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2 Kommentare zu “Ein Ausflugsziel für gross und klein

  1. Matthias sagt:

    Vielleicht wäre ein Ausflug zum Schnitzerhof mal interessant: http://www.schnitzerstube.de/rundgang.html
    Liebe Grüße

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