Löffel schnitzen: das Holz

Immer wieder werde ich gefragt welches Holz denn zum Löffelschnitzen geeignet sei.

Die Antwort dazu hängt zum einen vom Wohnort der betreffenden Person und zum anderen von dem Einsatzzweck des Löffels ab. Natürlich spielt auch die schnitzerische Erfahrung eine Rolle.

Ich möchte mich auf einige generelle Aussagen für Gebrauchslöffel beschränken die sich im wesentlichen aus meinen eigenen Erfahrungen ableiten.

Ich verwende bisher ausschliesslich Laubhölzer. Nadelholz ist in meinen Augen wenig bis gar nicht geeignet.
Als zweites achte ich darauf Holz zu verwenden das nicht giftig ist, wobei die Meinungen durchaus auseinander gehen, ob bei einigen Holzarten aus dem trockenen Holz noch Giftstoffe austreten oder nicht (siehe auch Kommentare). Ich beschränke mich lieber auf unkritische Hölzer.
Dann schaue ich noch darauf ob das Holz Gerbsäure enthält. Für dekorative Löffel können Hölzer wie Nussbaum und Eiche durchaus interessant sein. Mein Geschmackssinn musste mich aber davon überzeugen, dass sich die Bitterstoffe durch warme Speisen aus dem Holz lösen …

Das sind im wesentlichen die Kriterien nach denen ich die Hölzer zum Schnitzen aussuche. Natürlich gibt es Holzarten die sich für den Anfang eher eignen als andere. Doch ich möchte jeden ermutigen vor keiner Holzart die den erwähnten Gesichtspunkten entspricht zurück zu schrecken. Es findet sich immer wieder schönes und neues Holz das man sonst einfach ignoriert.

Jetzt möchte ich als Einstiegshilfe doch noch etwas konkreter werden.

Anders als häufig vermutet, ist Linde für Löffel eher nicht geeignet. Sie lässt sich zwar leicht schneiden doch ist sie nach dem Trocknen noch immer so weich, dass sich die Löffel schnell abnutzen. Lieber empfehle ich Birke oder Haselnuss. Beide Hölzer sind im frischen Zustand sehr gut zu schneiden. Nach dem Trocknen werden sie jedoch schön fest und bieten eine lange Nutzungsdauer. Ein weiteres Holz das sich gut schneiden lässt und sehr schöne Oberflächen ermöglicht ist die Kirsche.

Alle anderen Holzarten die ich kenne sind im Vergleich zu den genannten eine ordentliche Steigerung. Mit Geduld, Beharrlichkeit und scharfem Werkzeug lässt sich trotzdem jedem heimischen Holz ein schöner Löffel entlocken.

Natürlich sei es niemandem verwehrt sich für einen speziellen Einsatzzweck irgend ein knochentrockenes exotisches Holz zu bestellen. Mir hat es bisher ausgereicht mich aus meiner direkten Umgebung mit frischem Holz zu versorgen. Das sich dabei auch mal recht hartes Holz unter meine Axt verirrt kann durchaus passieren (Schnitzen in Namibia). 😉

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht. Wie heissen eure Lieblingsschnitzhölzer?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s