Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Na wenn der Gastbeitrag von Werner nicht zu meinem vorhergehenden Beitrag passt. Viel Spass beim Nachbauen dieser netten Rindenverwertungsgegenstände 😉


 

Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Nachdem die meisten von uns doch regelmäßig Zeit in das Schärfen der Schnitzmesser investieren, ist ein vernünftiger Schneidenschutz Pflicht für das gute Stück. Für das Mora 106 wird er mitgeliefert, ist aber (rein subjektiv betrachtet) ein wirklich scheußliches Stück Kunststoff, diverse andere Schnitzmesser werden nur in einer geeigneten Versandverpackung geliefert. Natürlich kann man für seine Werkzeuge Hüllen aus Leder nähen – das ist aber unbestritten eine recht aufwändige Angelegenheit.
Einfacher geht das in jedem Fall mit einem schlichten Schutz aus Rinde. Im Internet kursieren diverse Anleitungen, die mal mehr mal weniger aufwändig sind, aber eines gemeinsam haben – das Material ist Birkenrinde. Zugegeben, das ist definitiv DAS Material dafür, aber in den Breiten in denen ich wohne, habe ich bis jetzt noch kein vernünftiges Stück Birkenrinde gefunden, das dafür tatsächlich geeignet wäre …
Wesentlich einfacher zu finden ist dagegen Kirschrinde, die meines Erachtens für diese Anwendung sicher nicht schlechter abschneidet. Kirschrinde ist zwar verglichen mit Birke relativ dünn, aber wenn man zwei Lagen verleimt erhält man ein Material mit vernünftiger Dicke und Zähigkeit/Reißfestigkeit.

Der erste Schritt in Richtung Schneidenschutz ist das Abschälen der Rinde, das Holz muss dafür nicht frisch geschlagen sein, eigentlich funktioniert das recht zuverlässig solange das Holz noch eine fühlbare Restfeuchte hat (das gute Stück auf dem Foto lag so circa 9 Monate im Schatten auf der Nordseite unseres Hauses). Am einfachsten ist es, nach dem Einschneiden die Rinde vorsichtig ein wenig mit dem Messer anzuheben und dann mit einem abgeflachten Stück Holz abzulösen.

Daraufhin schneiden wir aus unserem Rindenstück einen Streifen der gut doppelt so breit ist, wie der Scheidenschutz den wir daraus herstellen wollen – das wäre für ein Mora 106 etwas über 5 cm.
Die benötigte Länge für ein Mora 106 liegt so circa bei 35 cm – pauschal etwa 2 cm länger als die vierfache Länge der Klinge …
Dieser Rindenstreifen wird der Länge nach gefalzt und mit einer ordentlichen Menge Weißleim versehen. Der Streifen wird dann in der Mitte gefaltet und die beiden Hälften nochmals nach innen eingeschlagen – an dieser Stelle braucht man etwas Geduld, weil das Ganze durch den frischen Leim tendenziell eine ordentliche Sauerei macht. Es empfiehlt sich zu prüfen, ob die Klinge in dem Konstrukt auch Platz findet, ideal sind 5mm „Luft“ nach unten, damit sich die Spitze nicht durchbohrt. Falls alles zufriedenstellend aussieht, wird unser Klingenschutz in spe bis zum Abbinden des Leims gepresst.

Damit wäre eigentlich das Schlimmste schon vorbei und mit etwas Fantasie kann man auch erahnen, wie das gute Stück aussehen wird. Der nächste Schritt besteht darin die Kanten etwas zuzuschneiden, das Endprodukt kann rechteckig sein oder eine die Klingenform leicht andeuten – das ist reine Geschmackssache. Der fertige Zuschnitt sollte links und rechts jeweils um die 3 mm breiter sein als die Klinge.
Als nächstes sollte man sich das Material vorbereiten mit dem der gefaltete Rindenstreifen „umwickelt“ wird – das kann ein Streifen Rinde sein, längs gespaltene Fichtenwurzel oder auch ein Lederrest.

Ich benutze gerne dünnes Leder, das ist aus meiner Sicht die einfachste Variante. Nun wickelt man den zugeschnittenen Streifen wie auf den Bildern gezeigt von unten nach oben.


Ob man dabei wie gezeigt die Hülle vorher längs in der Mitte teilt (nur die äußere Lage!) richtet sich nach den persönlichen Vorlieben – beide Ergebnisse haben ihren Reiz.
Nachdem das überstehende Bindematerial abgeschnitten wurde, kann man die Enden mit einem kleinen Tropfen Kleber gegen das Herausrutschen sichern.
Das fertige Ergebnis hat aus meiner Sicht einen eher archaischen Charme, ist aber wesentlich schöner als jedes Stück Plastik …

Macht’s gut
Werner

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2 Kommentare zu “Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

  1. Volker sagt:

    Phuuuu… bin ich froh, dass ich das nicht selbst machen muss.
    Also ich kenne da jemanden, der macht das für eine halbe Flasche Wein.
    🙂
    Volker

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