Der widerspenstige Ast; Teil 4 und grosses Finale

Zum Schluss bleibt noch der untere Teil des Astes. Der würde sich tadellos für eine grosse und tiefe Kelle eignen, wäre da nur nicht dieser grosse tote Ast im Bereich der Biegung. Ich stand wohl eine viertel Stunde vor dem Hackklotz und fragte mich; soll ich oder soll ich nicht?

Nun, ich entschied mich für das Sollen und bin froh darüber, dass ich es gewagt habe. Nicht weil der Löffel besonders toll oder etwa noch brauchbar geworden ist. Nein, ich denke dass ich immer das Gefühl gehabt hätte dieses Projekt nicht abgeschlossen zu haben, wenn ich den Prügel einfach auf den Brennholzstapel gelegt hätte.

Da ich mich nicht weiter mit lauter wenn, haben und hätte aufhielt gab es zuerst ein mal viele Späne von Axt und Säge. Nach dem der Rohling geschafft war, war ich es auch und tütete ihn zur Zwischenlagerung ein. In den folgenden Tagen gab es nicht all zu viel Gelegenheit sich mit dem Riesen auseinander zu setzen und so nahm ich mir zwei Reststücke vor die beim Herstellen des Rohlings abfielen. Die zwei kleinen „Bonuslöffel“ wie ich sie nenne, haben mir Spass gemacht. Besonders der kleine Schöpfer gefällt mir sehr gut.

Irgendwann war ich dann soweit um mich wieder mit voller Konzentration dem Rohling zu widmen. Er hat mich etliche Stunden gekostet, doch ist es wegen der vielen Holzfehler leider nur ein Dekorationsobjekt geworden. Aber mit ihm hat das Projekt „der wiederspenstige Ast“ seinen Abschluss gefunden.

Jetzt bleibt natürlich die Frage, was hat das Ganze gebracht?
Zuerst ein Mal ganze sechs von Hand hergestellte Gegenstände. Drei davon sind benutzbare Löffel und weitere drei, zumindest aus meiner Sicht, Dekoobjekte. Dies ist jedoch nur die eine Ebene. Handwerklich ist nämlich auch einiges hängen geblieben, und genau aus diesem Grund bin ich froh, den unmöglichen Ast in Angriff genommen zu haben. An diesem Stück ist mir ein wenig mehr aufgegangen was die Rinde über das innenliegende Holz erzählen kann. Die Kelle zeigte mir wie scharf eine Axt sein muss um trockenes Hirnholz sauber durchtrennen zu können. Wie muss die Axt, das Messer angesetzt werden, damit das Material ausrissfrei um den Ast herum bearbeitet werden kann. Noch einiges mehr, mir bewusstes, könnte ich aufzählen. Vermutlich ist noch viel mehr unterbewusst hängen geblieben das sich bei gegebener Gelegenheit einschaltet und Hand und Auge richtig führt. Ich denke dies war ein, wenn auch aufwendiges, so doch lehrreiches Projekt.

Eine Abschlussrunde der werten Beteiligten gibt es auch noch. Viel Spass!

PS: Der Esslöffel wurde zwischenzeitlich geölt und hat deshalb eine so intensive Farbe

Advertisements

4 Kommentare zu “Der widerspenstige Ast; Teil 4 und grosses Finale

  1. Volker sagt:

    Hallo Frederik,
    ich kann sehr gut nachvollziehen, was du da gemacht und geschrieben hast. Es geht mir oft so, dass ich nach einem Tag ohne sichtbares Ergebnis aus der Werkstatt komme. An solchen Tagen hab ich aber was gelernt oder Spaß gehabt. Meistens beides. Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl nichts verpasst, sondern etwas gewonnen zu haben.
    Herzliche Grüße
    & ein schönes und friedliches Weihnachtsfest
    Volker

  2. Andy in Germany sagt:

    I really need to get a spoon knife -all my spoons so far were carved with a borrowed chisel. And then I need to get on with carving all the wood I’ve stockpiled…

    Happy Christmas to you and your family…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s