Schneflermuseum Bernau

There´s an English summary at the end :-)

In meinem Bemühen mehr über die Herstellung von Holzlöffeln in meiner Region herauszufinden bin ich auf das Holzschneflermuseum in Bernau gestossen.
Bernau liegt im Schwarzwald, das Museum selber ist im Resenhof untergebracht der 1789 erbaut wurde.

Das Museum wurde 1977 eingerichtet, um unter anderem verschiedene Handwerke die mit dem „Schnefeln“ in Verbindung stehen zu zeigen. Soweit ich erfahren konnte ist das Wort „Schnefeln“ der alte im Schwarzwald gebräuchliche Begriff für Schnitzen.

Ich war natürlich sofort interessiert als ich erfuhr, dass der letzte in Bernau aktive Löffelschnitzer sein Werkzeug dem Museum spendete und das Einrichten der Werkstatt mitgestaltete.

Nach einem freundlichen Kontakt mit der Museumsleitung wurde mir gestattet die Werkstatt und Exponate näher in Augenschein zu nehmen und zu fotografieren. Für mich natürlich eine tolle Gelegenheit Werkzeuge zu sehen die für die Produktion von Gebrauchslöffeln verwendet wurden. In meinen Augen ist das immer noch etwas anderes, als die Herstellung von Gegenständen zur Freizeitgesatltung. Gerade in der handwerklichen Fertigung von günstigen Sachen muss man unglaublich effizient sein. Das kann man sowohl den vorhandenen Werkzeugen als auch der Formgebung der Löffel abspüren.

Hier ein netter Beschrieb in Fraktur über die Löffelmacher von Bernau und den Herstellungsprozess.

Ich habe mich wirklich gefreut, dass im Museum alle Beschriebe in Fraktur gehalten sind. Sollte je eine Neugestaltung anstehen wäre das ein erhaltenswertes Merkmal.

Jetzt schauen wir uns die interessanten Werkzeuge genauer an. Dabei folgen wir dem Herstellungsprozess.

Die Spaltwerkzeuge und eine sehr gut genutzte Säge stehen am Anfang. Die gebogenen Spaltmesser fand ich sehr interessant. Leider konnte mir niemand sagen wo genau diese im Prozess angewendet wurden. Da ich allerdings anderweitig gelesen habe, dass gebogene Spaltmesser keine durgängig abgerundeten Rohlinge erzeugen, gehe ich davon aus, dass sie genutzt wurden um durch Spalten in die Nähe eines Halbrunds zu kommen.

Die beiden Hozsstöcke für das Kolbmesser sind sehr gut gnutzt worden und zeigen, dass dieses grosse Messer unabdingbar in den effizienten Arbeitsablauf gehört hat.

Die Schnitzbank (Schniedesel, Hoanzlbank) hat einige interessante an den Herstellungsprozess angepasste Merkmale, wie zum Beispiel das schmale Auflagebrett und den herausnehmbaren Anschlagszapfen.

Die Höhlung der Laffe wurde mit einem Dechsel vorgearbeitet und mit unterschiedlichen Ziehmesseren verfeinert.

2017_frischesholz_210-06

Ein mich faszinierendes Werkzeug war der Höhlstuhl den ich mir bei grossen und tiefen Laffen sehr effizient vorstellen kann. Zumal die Möglichkeit unterschiedliche Messer einzusetzen gegeben ist.

Leider musste ich feststellen, dass alle Schneidwerkzeuge schwarz lackiert und die Schneide dann wieder nachgeschliffen wurde. Für Ausstellungszwecke ist das sicher sinnvoll, da so die „Schärfe“ besser dargestellt werden kann. Ich bedauere es aber, da die Geometrie der Schneiden zuerstört wurden und so feine Hinweise über die Verwendung des jeweiligen Geräts unwiederbringlich verloren gegangen sind.

Zum Abschluss zeige ich euch einige der ausgestellten Erzeugnisse. Die Koch- und Milchschöpflöffel, Mehlschaufeln und anderen kleineren Schippen sind zwischen 20cm und 45cm gross. Alle ausgestellten Löffel sind aus Buche gefertigt.

Für mich war der Besuch ein sehr bereicherndes Erlebnis. Der Resenhof bietet neben Löffeln auch etliche andere interessante Themenfelder die einen Besuch lohnen.

I visited a museum in Bernau situated deep in the Black Forest. This museum displays woodworking trades that where part of the daily life during generations. A special treat is that they have several workshops set up with the original tools as they where last used by the producers of the different items. For instance a brush and broom makers workshop or the tools of a shingle maker or a bentwood box maker. In the 1850 there were about 200 of these shops in the very rural Bernau. The house in which the museum was established dates back to 1789. In 1976 the last owner of the house died with the age of 97. The conversion into a museum started 1977.

I however was most interested in the spoon makers workshop and tools which were donated to the museum by the last full time spoon carver of Bernau. The above photos show the process and tools he used to carve the small and large spoons necessary in the everyday life of the rural population tending to their kitchens and farmsteads.

A visit is most recommended (see the link below).

Holzschneflermuseum in Bernau

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s