Ein Dickkopf lenkt ein

oder ich habe mir Anchorseal gekauft.

Wer die Kommentare des letzten Beitrags gelesen hat der wird sich erinnern das Volker mich ermutigte das Hirnholz meines Ahornstamms mit Anchorseal ein zu streichen. Wie viele andere Methoden auch soll das Wachs die Rissbildung im Hirnholz vermindern.

Nach einem kurzen in mich gehen beschloss ich letzte Woche doch Anchorseal zu kaufen und es aus zu probieren. Viel ist dazu eigentlich nicht weiter zu sagen. Auftragen, warten das es trocknet, hoffen das es wirkt…

Bei grösseren Querschnitten muss ich noch Erfahrung sammeln. Die kleinen Teile zeigen wirklich keine weiteren Risse mehr. Ganz besonders eindrücklich konnte ich die Wirkung bei einem kleinen Elsbeerenstämmchen sehen. Wenn ich dort bisher ein Stück  abschnitt traten innerhalb von 10 Minuten die ersten Risse auf. Heute nach einer Woche ist das Hirnholzende immer noch rissfrei.

Danke Volker!

Der widerspenstige Ast; Teil 4 und grosses Finale

Zum Schluss bleibt noch der untere Teil des Astes. Der würde sich tadellos für eine grosse und tiefe Kelle eignen, wäre da nur nicht dieser grosse tote Ast im Bereich der Biegung. Ich stand wohl eine viertel Stunde vor dem Hackklotz und fragte mich; soll ich oder soll ich nicht?

Nun, ich entschied mich für das Sollen und bin froh darüber, dass ich es gewagt habe. Nicht weil der Löffel besonders toll oder etwa noch brauchbar geworden ist. Nein, ich denke dass ich immer das Gefühl gehabt hätte dieses Projekt nicht abgeschlossen zu haben, wenn ich den Prügel einfach auf den Brennholzstapel gelegt hätte.

Da ich mich nicht weiter mit lauter wenn, haben und hätte aufhielt gab es zuerst ein mal viele Späne von Axt und Säge. Nach dem der Rohling geschafft war, war ich es auch und tütete ihn zur Zwischenlagerung ein. In den folgenden Tagen gab es nicht all zu viel Gelegenheit sich mit dem Riesen auseinander zu setzen und so nahm ich mir zwei Reststücke vor die beim Herstellen des Rohlings abfielen. Die zwei kleinen „Bonuslöffel“ wie ich sie nenne, haben mir Spass gemacht. Besonders der kleine Schöpfer gefällt mir sehr gut.

Irgendwann war ich dann soweit um mich wieder mit voller Konzentration dem Rohling zu widmen. Er hat mich etliche Stunden gekostet, doch ist es wegen der vielen Holzfehler leider nur ein Dekorationsobjekt geworden. Aber mit ihm hat das Projekt „der wiederspenstige Ast“ seinen Abschluss gefunden.

Jetzt bleibt natürlich die Frage, was hat das Ganze gebracht?
Zuerst ein Mal ganze sechs von Hand hergestellte Gegenstände. Drei davon sind benutzbare Löffel und weitere drei, zumindest aus meiner Sicht, Dekoobjekte. Dies ist jedoch nur die eine Ebene. Handwerklich ist nämlich auch einiges hängen geblieben, und genau aus diesem Grund bin ich froh, den unmöglichen Ast in Angriff genommen zu haben. An diesem Stück ist mir ein wenig mehr aufgegangen was die Rinde über das innenliegende Holz erzählen kann. Die Kelle zeigte mir wie scharf eine Axt sein muss um trockenes Hirnholz sauber durchtrennen zu können. Wie muss die Axt, das Messer angesetzt werden, damit das Material ausrissfrei um den Ast herum bearbeitet werden kann. Noch einiges mehr, mir bewusstes, könnte ich aufzählen. Vermutlich ist noch viel mehr unterbewusst hängen geblieben das sich bei gegebener Gelegenheit einschaltet und Hand und Auge richtig führt. Ich denke dies war ein, wenn auch aufwendiges, so doch lehrreiches Projekt.

Eine Abschlussrunde der werten Beteiligten gibt es auch noch. Viel Spass!

PS: Der Esslöffel wurde zwischenzeitlich geölt und hat deshalb eine so intensive Farbe

Der widerspenstige Ast; Teil 3

Es geht weiter mit den Ergebnissen die aus dem widerspenstigen Ast entstanden sind.

Oder vielleicht doch eher nicht.
Dieses ist das obere Stück des Astes. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit diesem Ast war ich recht kritisch ob sich etwas daraus machen liesse. Ich wollte trotzdem nicht vorzeitig die Flinte ins Korn werfen und habe deshalb fleissig mit der Axt zugeschlagen.

Ab einem gewissen Bearbeitungszustand zeigte sich dann doch, dass es sehr viele Fehler und Risse gab, die das erfolgreiche fertigstellen eines Löffels stark in Frage stellten.

Mit etwas gemischten Gefühlen entschied ich mich den Rohling in die Brennholzkiste zu werfen und mich dem verbliebenen unteren Teil mit seinen Herausforderungen zu stellen.

Der widerspenstige Ast; Teil 2

In meinem ersten Beitrag zu diesem Knorren hatte ich vollmundig versprochen euch auf dem Laufenden zu halten. In der Zwischenzeit ist das Holz verarbeitet, ihr habt aber noch nichts zu sehen bekommen.

In diesem und den folgenden Beiträgen werde ich euch meine Ergebnisse zeigen.

Zur Erinnerung zuerst noch mal das Ausgangsmaterial

Zum aufwärmen nahm ich mir die kleineren Stücke vor.

Ein Teil bot sich gleich als klassischer Löffel an. Was aber mit den anderen zwei Stücken machen? Nach einigem hin und her endschied ich mich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, einfach mal Löffelobjekte zu gestalten. Zumal das Ausgangsmaterial für die Löffelobjekte eine sehr eigenwillige, aber doch gleichlaufende Naturform hatte.

An die endgültige Form musste ich mich Stück für Stück herantasten. Dabei versuchte ich die beiden Löffel so zu formen, dass erkennbar blieb, dass sie aus einem Stück gespalten wurden. Ganz ist es mir nicht gelungen da sie sich im nachhinein noch verzogen haben und so die natürliche Passform nicht mehr gegeben ist. Für mich war es doch eine rechte Herausforderung die Stücke einfach in ihrer Form sein zu lassen. Bei den meisten meiner Löffel habe ich irgend wann das Gefühl: jetzt passt es! Bei diesen Beiden könnte ich bei jedem Betrachten hier und dort noch etwas verändern, aber ich übe mich in vornehmer Zurückhaltung 😉

Im Gegensatz zu den Löffelobjekten ist dieser kleine Löffel fast im Spaziergang entstanden. Nicht perfekt, aber doch ganz ansehnlich.

Wo ist der Doktor?

Volker ist schuld!
Lest ja nicht seinen Blog! Dabei kommt man nur auf dumme Gedanken oder steckt sich an. Er wollte schon einen Spezialisten aufsuchen. Ich muss ihn unbedingt fragen ob es was genützt hat.

Auf jeden Fall habe ich, nach der Lektüre seines Artikels, dieses Stück Brennholz nicht einfach in den Sack geworfen sondern noch ein mal prüfend angesehen und dann …

dann nahm das Formengeben seinen Lauf und mit Hilfe von Axt, Messer, Säge, Bohrer und Pinsel sind die folgenden von Jögge Sundqvist angeregten Herzen entstanden.

Ach ja Volker, ich brauche keinen Spezialisten, mit dieser Krankheit lässt es sich sehr gut leben 😉

2½ Tage

Ich durfte und konnte mich 2 ½ Tage auf das Löffelschnitzen konzentrieren. Dabei ist dann doch eine kleine Palette netter Löffel entstanden. Eigentlich wollte ich mich auf eine Form konzentieren, aber das Holz liess sich so gut schnitzen, dass ich nichts wegwerfen wollte und so verleitet wurde aus jedem Stückchen etwas zu machen. Die Kirsche die das Holz lieferte hat nette Flecken in das weisse Splintholz verpackt.

Danke für das Holz Werner!

 

I had some 2 ½ days of dedicated spoon carving time. I am glad how these turned out. They where carved form some nice cherry.

Der widerspenstige Ast

Manchmal läuft mir ein Stück Holz über den Weg bei dem ich grosses Potential für interessante Löffel sehe.

Der Pflaumenast hier versprach auch so einiges … an Arbeit!
Eigentlich selber Schuld, hätte ich ihn mir genauer angesehen, so wäre er vermutlich direkt auf dem Brennholzhaufen gelandet. Nachdem ich aber schon angefangen hatte, wollte ich nicht mehr zurück, und so rangen der Ast und ich eine gute Weile miteinader.

Zuerst meinte ich noch ganz zuversichtlich allein mit dem Spaltmesser die Arbeit zu bewältigen. Das war schon mal der erste falsche Ansatz. Also nahm ich Holz- und Alukeile zu Hilfe und öffnete so langsam den ersten Spalt. Lasst euch vom Holzklüpfel im Hintergrund nicht täuschen, hier waren Fäustel und Vorschlaghammer gefragt 😀
Auf dem ersten Bild sieht man gut, dass ich mir ein wenig Mühe sparen wollte, ich entfernte die Rinde nicht. Das Entfernen ist allerdings sehr sinnvoll, da man dadurch eine widerspenstige Schicht los wird und ausserdem den Riss besser sieht und so die Keile präziser setzen kann. Na, ich habs dann nachgeholt.

Weiter ging es Stück für Stück. Ohne eine Axt und das Stecheisen hätte ich vermutlich hier aufgegeben. Die Fasern hielten wahnsinnig gut zusammen, sodass ich sie einzeln durchtrennen musste bis dann endlich zwei Teile vor mir lagen.

Die untere Hälfte war etwas zu wuchtig und so entschied ich mich noch etwas mehr Holz weg zu spalten. Dieses Mal ging es einfacher, bis ich unvermutet auf die Fasern eines quer laufenden Astes stiess. Dieser Ast war eigentlich schon die ganze Zeit über sichtbar. Ich wollte nur vermutlich nicht wahr haben, dass das hier besser auf dem Brennholzhaufen aufgehoben wäre.

Nun ja, einmal angefangen will ich wirklich sehen wass alles aus dem Knorren werden kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.