Ahorn unter der Axt

Vielleicht kann sich der eine oder andere an meinen Beitrag im April erinnern in dem ich einen saftfrischen Ahornstamm spaltete. Seit dem ist sehr viel Zeit vergangen, zumindest in Massstäben der Grünholzbearbeitung, und die Spaltlinge sind eher trockenes Holz. Ich habe mich entschlossen trotzdem an dem ursprünglichen Plan fest zu halten und sie in Möbelbauholz umzugestalten, auch wenn es deutlich aufwändiger ist als anfangs erhofft.

Aus dem Haufen gespaltenem Holz sollen die Beine und Friese für einen kleinen Schrank entstehen. Gut zu sehen ist, dass der Stamm einen leichten Drehwuchs hat und dass einige andere Unebenheiten begradigt werden müssen. Dies erledige ich mit der Axt.

Am ersten Bein zeigte sich jedoch gleich, dass das Holz inzwischen so trocken ist, dass ich nur das allernötigste bearbeiten möchte. Daher zurück auf die Werkbank mit dem Teil und mit der Schlagschnur die Beinbreite (mit etwas Aufmass ;-)) angezeichnet.
Anschliessend wird mit dem Spaltmesser und der Axt bis nahe an den Strich gearbeitet.

Vor dem nächsten Arbeitsschritt wird die Schneide der  Axt wieder auf vordermann gebracht und dann der Spaltling nach Augenmass solange bearbeitet bis eine vertretbare Ebene und verwindungsfreie Fläche entstanden ist.

Ab jetzt entspricht die Bearbeitung der eines sägerauen Brettes. Mit Schlicht- und Doppelhobel und anschliessend einem Bailey No5 entsteht die erste Referenzfläche.

Die anschliessende Kante wird wieder mit Schlagschnur und Axt vorbereitet.

Die Hobel helfen auch hier eine saubere und winklige Fläche zu erzeugen. Von den nun entstandenen Referenzflächen aus kann das Streichmass seine Arbeit verrichten.

2017_frischesholz_207-18

Bis zu diesem Punkt werden jetzt alle Spaltlinge bearbeitet. Danach wende ich mich den anderen Flächen zu und es gibt neue Bilder…


The maple I split in April is becomming dry fast. I still press on and use axe and plane to turn the split wood into parts to be used in a small cabinet.

Advertisements

Ahorn als frisches Holz

Wo kommen wir denn hin, wenn dieser Stamm einfach verhäckselt wird?! Das fragte ich mich, als ich erfuhr, dass ein Ahornstamm zu Brennholz bzw. Häcksel werden sollte.

Nach ein paar freundlichen Worten mit meinem Kollegen bekam ich nicht nur das Holz, er half mir kettensägenlosen Mensch mit seiner Kettensäge auch noch mit dem Zersägen in handlichere Stücke.  Daheim angekommen bewunderte ich noch einmal die zwei Stammstücke mit ca 40 cm Durchmesser am Zopfende und setzte mich dann hin um mir darüber im  klaren zu werden, was ich denn mit diesem plötzlichen Segen anfangen sollte.

Wäre es Eichenholz hätte ich es an einen schattigen Ort gelegt und erst ein mal vergessen. Mit einem so heiklen Holz wie Ahorn kann man das natürlich nicht machen! Mir blieb also nichts anderes übrig als das Holz in verwendbare Teile zu zerlegen. Einige Tage wurden mögliche Projekte gewälzt und dann machte ich mich ans aufspalten. In der Holzfachliteratur lernte ich vor einiger Zeit, dass Ahorn sich leicht spalten lässt. Na dann, frisch ans Werk!

Nach den ersten 10 Minuten schwand mein Optimismus, dieser Stamm hatte ganz andere Vorstellungen vom leichten Spalten als ich.
Meine Aluminiumkeile, die bisher wenig Probleme hatten einen Stamm zu spalten, sprangen hier jedes Mal wieder heraus. Zum Glück hatte ich einige schlanke Hartholzkeile, mit denen ich am Stammende einen Spalt öffnen und meine dünnen Kunststoffkeile eintreiben konnte.

Sobald die Kunststoffkeile weit genug eingetrieben waren, griffen auch die Alukeile und der Spalt zog sich sauber bis zum Stammende durch.

Mit der Methode; Holzkeil, Kunstoffkeil und dann Alukeil spaltete ich in den folgenden Tagen den ein Meter langen Stammabschnitt auf. Anschliessend begann ich auch mit dem kurzen Stück, bis mir klar wurde, dass ich, durch andere Aufgaben bedingt, gar nicht dazu kommen würde die bisher ausgespaltenen Teile vorzubereiten bevor sie stark austrockneten.

Also hielt ich inne und begann damit den Markröhrenbereich mit einem Spaltmesser ab zu spalten und mit einer Axt die Teile zu zurichten.

Tja, und damit bin ich nun Stundenweise immer noch beschäftigt und merke jedes Mal, dass das Holz trockener und die Bearbeitung mühevoller wird. Leider kann man es nicht zwingen und ich muss mich in Gelduld üben. So wie viele Landleute landauf, landab jetzt geduldig warten müssen was sich nach den vergangenen Frostnächten von der Blütenpracht noch erhalten hat…

Splitting out some pieces from a maple log I was given. This is a lot more work than I envisioned. I only was able to get into the log by using thin wooden wedges. My aluminium wedges jumped right out of the wood every time I tried to drive them in. Now I am still busy roughing out the pieces and hope I will finish this part of the process before the stuff gets to dry.

Trockenes Möbel

Welchem Holzwurm geht es nicht so das er „mal kurz“ ein Regal bauen soll? Mir passiert es oft das aus dem mal kurz ein recht langes Projekt wird. Da es diesmal aber wirklich schneller gehen sollte als sonst üblich bin ich durch unseren Dachboden und Keller und habe mir passende Holzkisten rausgesucht.

Von vornherein war klar das das keine hochpräzise Schreinerarbeit werden wird und doch sollte das Möbel stabil stehen. Eine weitere Vorgabe die ich mir machte: auch anderes Material wiederverwerten!

Durch das Verschrauben der Kisten untereinander war die Stabilität recht einfach her zu stellen. Für die „Deckel“ konnten Sperrholzreststücke herhalten und die Auflageleisten für die Fachböden liessen sich in Form eines Fichtenbrettchens auftreiben. Die Auflageleisten sind im Sinne des Möbels nicht angeschraubt sonder mit Drahtstiften angenagelt.

Mit den Fachböden tauchte allerdings eine Herausforderung auf. Das Holz, die Seite eines alten Bettes, war zwar vorhanden. Jedoch war die Breite mit knapp 17cm zu klein, dafür die Dicke mit guten 27mm zu stark. Na ja, trennen wir das Kieferbrett mal schnell auf und verleimen es wieder zu ausreichen breiten Fachböden. Denkste…
Kreissäge vorhanden? Nö!
Bandsäge? Keine da!
Alternative? Gestellsäge mit Schlitzsägeblatt!

Also gut, dann wollen wir mal, dachte ich. Doch nur für das erste Drittel des ersten, inzwischen auf Länge geschnittenen, Brettes. Obwohl das Blatt frisch geschärft war ist es eine Plackerei gewesen. Eine grösse Zahnteilung wäre sicherlich hilfreich, doch wie auf die Schnelle die Veränderung bewerkstelligen? Da kam mir zum Glück die zündende Idee und ich besorgte mir ein Schittersägeblatt. Das Blatt hat jetzt zwar eine etwas eigenartige Zahngeometrie dafür lief das Auftrennen der Bretter bedeutend zügiger.

2016_frischesholz-28-3

Coarse rip saw blade filed from a „Schittersäge“ blade

Auch das Verlaufen des Blattes im Inneren des Brettes reduzierte sich deutlich. Danach war das Verleimen und Einpassen der Bretter in die Kisten ein Kinderspiel.

Soweit wären jetzt alle Anforderungen erfüllt; standfest, recht schnell gebaut und aus wiederverwerteten Materialien. Ich könnte es also aufstellen und verwenden. Doch so wirkt da Regal sehr zusammengeschustert.

Eine Lösungsmöglichkeit wäre das Regal zu streichen. Ich bin nach wie vor recht zurückhaltend mit Farben auf Holzmöbeln. In diesem Fall schien es angebracht und ich wollte unbedingt ein mal „Milkpaint“ ausprobieren. Nach einem kurzen Kriegsrat mit der Familie einigten wir uns auf einen Farbton und ich bestellte eine vorgefertigte Trockenmischung. Die Verwendung war denkbar einfach, schnell trocknend und nach dem Schleifen schön glatt. Aus meiner Sicht war hier der Einsatz von Farbe ideal damit eine einheitlichere Wirkung erzielt werden konnte.

Uns gefällts 🙂

2016_frischesholz-29-3

Milkpaint pulled the different materials nicely together.

 

Vater und Sohn Projekt

In dem Beitrag über meine Stehlampe ist zur Dekoration auch ein Tischpaar zu sehen das ich euch etwas näher vorstellen möchte.

Vor einem Jahr fragte mich mein Sohn was er denn der Mutter zum Geburtstag schenken könne. Es gab natürlich eine ganze auswahl an Möglichkeiten, aber eine reizte uns besonders. Unser Wohnzimmer sollte um einen kleinen Tisch bereichert werden. Zum Glück hatte ich bereits eine Weile interessante Äste gesammelt, so dass sie nun trocken und verwendbar waren. Zusammen mit einem bearbeiteten Kirschbaumbrett entstand ein Tischchen der vollen Erfolg hatte. Bei dem Bau des ersten Tischchens kam uns die Idee ihn auf Zuwachs aus zu legen und so wusste mein Sohn dieses Jahr ganz genau was er seiner Mutter zum Geburtstag bauen wollte.

Schon sehr früh im Jahr kam er auf mich zu und er fingen damit an die Beine mit Stahlwolle, Messer, Feile und Raspel zu säubern und zu glätten. Damit die Zapfen später schön stramm sitzen lagerten wir die Äste im Büro zum akklimatisieren (O-Ton: „was steht denn hier schon wieder rum“). Um diese ereignislose Zeit zu überbrücken machten wir uns an der Platte zu schaffen. Die Arbeit mit Schrupp-, Schlicht- und Putzhobel war nach einer Weile für ihn dann doch zu anstrengend, aber die Kanten mit dem Ziehmesser und Raspel und Feile zu bearbeiten ging tadellos. Er durfte sich auf der Oberfläche mit der Ziehklinge versuchen, was schon ganz passable Ergebnisse brachte. An die inzwischen gut abgelagerten Beine schnitt er die Zapfen und ich bohrte die passenden Löcher. Die Keile in den Zapfen halfen einige Ungenauigkeiten aus zu gleichen. Leider krachte es bei der Montage einmal recht bedenklich und wir mussten das Missgeschick irgendwie beheben. Nach einigem Überlegen kam mir die afrikanische Drahtkunst in den Sinn und so konnten wir das zweite Tischen mit einem Blickfang sogar noch aufwerten. Das feine Schleifen und ölen brachte die Maserung toll zur Geltung und war für uns der krönende Abschluss… nein, natürlich war die Freude der Beschenkten das schönste. 🙂

Die Arbeitsteilung bei dem ersten Tischchen war Vater > Sohn, beim zweiten Tischchen schon bedeutend mehr in Richtung Vater = Sohn. Bekannte Abläufe und das kontinuierliche Werkeln in der Werkstatt machen sich bemerkbar.

Jedem der die Möglichkeit für solche Projekte mit seinen Kindern oder Enkeln hat sollte sie versuchen zu ergreifen. Es lohnt sich!

Erst einmal fertig

Wie ich euch versprochen hatte werden jetzt Bilder von der vorerst fertigen Stehlampe gezeigt.

Angefangen hatte alles mit dem Wunsch einmal Textilkabel zu verarbeiten, dann kam die Notwendigkeit für eine Beleuchtungslösung und zuletzt fand sich das Holz und die übrigen Zubehörteile ein. Die Vorarbeiten zu dieser Stehlampe könnt ihr in diesen Beiträgen nachlesen. Erster Beitrag und zweiter Beitrag

Wie ich nun soweit war das ein Leuchtmittel eingeschraubt werden konnte, wurde die Lampe gleich zum Einsatz gebracht. In meiner Planung war ein extravaganter Leuchtenschirm vorgesehen. Doch stellte sich schnell heraus das die Familie diese schlicht wirkende Lösung bevorzugt. Natürlich passt jetzt die Fassung mit Aussengewinde nicht so recht ins Bild. Also werde ich entweder wirklich noch einen Lampenschirm fertigen, oder eine glatte Fassung montieren.

Als ich mich dann anschickte die Bilder für den Blog zu machen kam meine Frau mit einem Schmunzeln auf mich zu und reichte mir mit den Worten: „Du magst doch ausgefallene Gegenstände“; eine wundervolle Glühbirne mit riesigem Glaskolben und einer Lichtwirkung wie  ein Tisch voller Kerzen. Mir gefällt sie sehr gut!

Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein paar Details zeigen die mir während der Arbeit noch einmal ein wenig mehr Spannung in die Sache brachten. Ein kleiner Wermutstropfen ist das ich den Farbton nicht so gut getroffen hatte. Aber da war dann mein Durchhaltevermögen erschöpft und der Gedanke war; beim nächsten Mal wirds besser…

Licht für den gemütlichen Tisch

Bevor die letzten Blätter von den Bäumen fallen möchte ich euch das Geschenk von Volker zeigen, das ich rechtzeitig für die lauen Herbstabende zugeschickt bekam.

Nach dem Auspacken des Pakets dachte ich zuerst an eine guten Wein. Doch woher wollte Volker wissen ob mir Wein überhaupt schmeckt? Neugiereig wie ein Kind packte ich die weiteren Polsterschichten aus und fand dann eines von seinen tollen Windlichtern. Vielen Dank Volker, es hat uns schon manchen gemütlichen Abend beleuchtet!

Hier ist die Entstehungsgeschichte dokumentiert, und ja, auch bei mir stellten sich Glücksmomente ein.

Auch neues wird alt

Obwohl ich es vorhatte mein neues Projekt zügiger voran zu treiben gingen doch mehr Wochen in das Land als anfänglich geplant. Wie man sehen kann fing das Ganze schon im zeitigen Frühjahr an mit dem Spalten der Kastanienstämmchen. Auf der Schnitzbank wurde dann daraus die Säule. Das war der einfachere Teil. Schwieriger war das verwirklichen des Armes, was unter anderem am Werkzeug lag. Mein grösster Bohrer hat einen Durchmesser von 25mm und da das Holz meines Armes nicht viel breiter war dachte ich das passt.

Nach dem Bohren zeigte sich aber das die Säule viel zu dünn werden würde. Also biss ich in den sauren Apfel und besorgte mir einen Satz Staketenbohrer. Um das grössere Loch zu Bohren musste nicht nur das 25mm Loch gefüttert werden sondern auch der Arm etwas an Masse zulegen.

Nachdem das Bohren des Lochs so wunderbar klappte war ich voll in Fahrt und vergass von den weiteren Schritten beim Formen des Arms Fotos zu machen. Nach dem Schnitzen der Aufnahme musste die Säule noch in das Loch eingepasst werden. Wieder eine ideale Arbeit für die Schnitzbank. Auch das meiste der Armkontur wurde mit Ziehmesser und Schnitzbank geformt.

Die Probeausftellung zeigt das jetzt alles für den nächsten Schritt bereit ist, aber wie war das mit meiner Freundschaft mit den elektrischen Leitern …