Axt schärfen

Durch eine Diskussion auf woodworking.de bin ich auf drei informative Filme von den Bayerischen Staatsforsten aufmerksam geworden.

Zwei befassen sich mit dem Einstielen einer Axt. Der dritte zeigt eine interessante Art eine Axt zu schärfen. Ähnlich arbeite ich auch beim Schärfen meiner Schnitzäxte, die eine oder andere Technik werde ich aber mal ausprobieren.

 

 

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Werkzeuginspiration

Wie bohrt man mit einem Forstnerbohrer ein Loch,wenn die Zentrierspitze kein Material hat in dem sie geführt werden kann? Wie alle wissen, die das schon mal ausprobiert haben, verläuft der Bohrer fürchterlich und das Holz um die Bohrung ist total zerkaut.

Das provisorische Stopfen der Bohrung mit einem Dübel gibt dem Bohrer seine Fassung wieder. Allerdings garantiert das nicht, dass die beiden Bohrungen konzentrisch zueinander sind (erstes Bild, linke Bohrung), aber das müssen sie sein! Ich würde ja gerne das Sackloch mit dem Forstnerboherer zuerst setzten und dann die Durchgangsbohrung machen, jedoch geht das hier leider nicht.

Wie ich so an meiner Werkbank stehe und über eine mögliche Lösung sinniere, kommen mir die Zapfensenker aus meinem Uhrmacherwerkzeug in den Sinn…

So etwas wäre die Lösung, doch wie soll das gehen?
Und jetzt fiel der Groschen; die Zentrierspitze an meinen FAMAG Bormax Staketenbohrern kann ich ja wechseln!
Also kurz eine Skizze gemacht und dann bei Gelegenheit an der Drehbank in unserer Firma einen Führungszapfen gedreht. Es war mal wieder richtig schön an einer Drehbank zu werkeln und zur Abwechslung Metallspäne fliessen zu sehen.

Nu, was soll ich sagen; es funktioniert so wie gedacht und jetzt kann ich wiederholgenau konzentrische Bohrungen erzeugen.

Und jetzt noch ein Gruppenbild der Ideengeber und dem Ergebnis. Als Grössenvergleich: der Staketenbohrer hat 20mm Durchmesser.

Lederarbeiten zum Jahreswechsel

Über das vergangene Jahr verteilt sammelten sich bei mir Werkzeuge an die keinen passenden Schneidenschutz hatten. Gegen Ende des Jahres war dann genug zusammen gekommen, so dass sich ein Lederprojekt lohnte.

Also das Lederwerkzeug rausgekramt und losgelegt…
Natürlich kam etwas dazwischen und so wurde zuerst und in aller Eile ein Schneidenschutz zusammen genietet. Für den Rest der Arbeiten konnte ich mir etwas mehr Zeit nehmen. Hier das Ergebnis

2016_frischesholz-11

Jetzt zeige ich euch noch im Einzelnen wofür ich die Teile fertigte.

Zwei sind recht eindeutig zu Äxten zuzuordnen. Die genietete Variante ist eindeutig schneller her zu stellen. Das Nähen macht mehr spass 🙂
Ob ich das Öffnen nach oben oder nach unten bevorzuge werde ich jetzt ausprobieren können.

Der nächste Überzieher ist für mein grosses Löffelmesser gedacht. Die Schutzvorichtungen die ich bisher für die grossen Löffelmesser zu Gesicht bekam sind alle immer mit irgend einem Nachteil verbunden gewesen. Leider ist meine Lösung auch nicht optimal. Irgend wann werde ich diesen Lederstrumpf beim aufstecken oder abziehen durchschneiden. Vielleicht fällt mir bis dahin etwas besseres ein.

An dem Schneidenschutz für mein neues Ziehmesser wollte ich keine Metallteile. Daher entschloss ich mich eine Verschlussvariante aus Leder zu testen die in meinem Buch über Lederflechten zu finden ist. Es funktioniert gut. Bei einem weiteren Versuch würde ich allerdings die Verschlussriemen etwas breiter machen damit das ganze stabiler wird.

Dieser letzte Schutz hat mir am meisten Freude bereitet, konnte ich doch einmal wieder einen Lederknoten flechten.
Das Löffelschnitzmesser, für das ich am Wochenende voller Messergriffe einen langen Griff fertigte, passt natürlich mit dem langen Griff nicht in meine Werkzeugrollen. Die Verschlusstechnik ist so angelegt, dass Messer mit unterschiedlich langem Griff in der Hülle untergebracht werden können. Die Funktionsweise ist auf dem ersten Satz Bilder gut zusehen.

Und zu guter Letzt ein paar Detailaufnahmen einfach weils schön ist.

Schneidenschutz nachgebaut

Im November zeigte Werner auf diesem Blog wie er aus Kirschbaumrinde einen Schneidenschutz herstellt. Da ich nach meinem Wochendende voller Messergriffe zwei Messer mit gerader Klinge hatte die noch ungeschütz herum lagen, war das die ideale Möglichkeit die Anleitung in die Tat umzusetzten.

Bei mir lag noch etwas Birkenrinde im Arbeitszimmer die ich anstelle der Kirschenrinde zum Einsatz brachte. Die erste Messerscheide aus Rinde, die ich seit geraumer Zeit machte, zeigt die fehlende Übung. Etwas unförmig und zu breit geraten und beim Binden mit dem Leder hab ich mich auch noch verhaspelt. Also noch mal neu machen? Nö! Sie funktioniert und ist eine Anregung es beim nächsten Mal besser zu machen.

Dann hatte ich Glück und erfuhr wo der Förster gerade Fichten gefällt hatte. Natürlich dachte ich gleich an die vielen schönen Beispiele von Messerscheiden die mit Fichtenwurzeln gebunden waren. Also ab in den Wald und bei den gefällten Fichten Wurzeln ausgegraben. Dankbarer Weise war der Boden an dem Ort schön weich und voller Humus, ganz im Gegensatz zu dem sonst kalkig und steinigen Untergrund bei uns in der Gegend. So waren die Wurzeln leicht heraus zu holen und auch noch schön gerade, im Vergleich zu den knorrigen und verwachsenen Bodenankern die ich vorher mal auszugraben versuchte.

Nach einigen abendfüllenden Vorbereitungen hatte ich etliche Meter gespaltene Fichtenwurzeln. Davon ist eine aus einem Gedankeblitz heraus mit Wasserfarben ( 🙂 mal sehen wie lange das hält) angemalt und in dem Schneidenschutz für das Damastmesser verarbeitet worden.

Fichtenwurzel ist ein sehr interessantes Material. Ich werde es auch bei anderen Projekten versuchen einzusetzen.

Sollte einer von euch angeregt worden sein selber einen Schneidenschutz nachzubauen würde ich mich über Nachrichten freuen.

Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Na wenn der Gastbeitrag von Werner nicht zu meinem vorhergehenden Beitrag passt. Viel Spass beim Nachbauen dieser netten Rindenverwertungsgegenstände 😉


 

Schneidenschutz aus Rinde – kleine Bastelei für den Nachmittag

Nachdem die meisten von uns doch regelmäßig Zeit in das Schärfen der Schnitzmesser investieren, ist ein vernünftiger Schneidenschutz Pflicht für das gute Stück. Für das Mora 106 wird er mitgeliefert, ist aber (rein subjektiv betrachtet) ein wirklich scheußliches Stück Kunststoff, diverse andere Schnitzmesser werden nur in einer geeigneten Versandverpackung geliefert. Natürlich kann man für seine Werkzeuge Hüllen aus Leder nähen – das ist aber unbestritten eine recht aufwändige Angelegenheit.
Einfacher geht das in jedem Fall mit einem schlichten Schutz aus Rinde. Im Internet kursieren diverse Anleitungen, die mal mehr mal weniger aufwändig sind, aber eines gemeinsam haben – das Material ist Birkenrinde. Zugegeben, das ist definitiv DAS Material dafür, aber in den Breiten in denen ich wohne, habe ich bis jetzt noch kein vernünftiges Stück Birkenrinde gefunden, das dafür tatsächlich geeignet wäre …
Wesentlich einfacher zu finden ist dagegen Kirschrinde, die meines Erachtens für diese Anwendung sicher nicht schlechter abschneidet. Kirschrinde ist zwar verglichen mit Birke relativ dünn, aber wenn man zwei Lagen verleimt erhält man ein Material mit vernünftiger Dicke und Zähigkeit/Reißfestigkeit.

Der erste Schritt in Richtung Schneidenschutz ist das Abschälen der Rinde, das Holz muss dafür nicht frisch geschlagen sein, eigentlich funktioniert das recht zuverlässig solange das Holz noch eine fühlbare Restfeuchte hat (das gute Stück auf dem Foto lag so circa 9 Monate im Schatten auf der Nordseite unseres Hauses). Am einfachsten ist es, nach dem Einschneiden die Rinde vorsichtig ein wenig mit dem Messer anzuheben und dann mit einem abgeflachten Stück Holz abzulösen.

Daraufhin schneiden wir aus unserem Rindenstück einen Streifen der gut doppelt so breit ist, wie der Scheidenschutz den wir daraus herstellen wollen – das wäre für ein Mora 106 etwas über 5 cm.
Die benötigte Länge für ein Mora 106 liegt so circa bei 35 cm – pauschal etwa 2 cm länger als die vierfache Länge der Klinge …
Dieser Rindenstreifen wird der Länge nach gefalzt und mit einer ordentlichen Menge Weißleim versehen. Der Streifen wird dann in der Mitte gefaltet und die beiden Hälften nochmals nach innen eingeschlagen – an dieser Stelle braucht man etwas Geduld, weil das Ganze durch den frischen Leim tendenziell eine ordentliche Sauerei macht. Es empfiehlt sich zu prüfen, ob die Klinge in dem Konstrukt auch Platz findet, ideal sind 5mm „Luft“ nach unten, damit sich die Spitze nicht durchbohrt. Falls alles zufriedenstellend aussieht, wird unser Klingenschutz in spe bis zum Abbinden des Leims gepresst.

Damit wäre eigentlich das Schlimmste schon vorbei und mit etwas Fantasie kann man auch erahnen, wie das gute Stück aussehen wird. Der nächste Schritt besteht darin die Kanten etwas zuzuschneiden, das Endprodukt kann rechteckig sein oder eine die Klingenform leicht andeuten – das ist reine Geschmackssache. Der fertige Zuschnitt sollte links und rechts jeweils um die 3 mm breiter sein als die Klinge.
Als nächstes sollte man sich das Material vorbereiten mit dem der gefaltete Rindenstreifen „umwickelt“ wird – das kann ein Streifen Rinde sein, längs gespaltene Fichtenwurzel oder auch ein Lederrest.

Ich benutze gerne dünnes Leder, das ist aus meiner Sicht die einfachste Variante. Nun wickelt man den zugeschnittenen Streifen wie auf den Bildern gezeigt von unten nach oben.


Ob man dabei wie gezeigt die Hülle vorher längs in der Mitte teilt (nur die äußere Lage!) richtet sich nach den persönlichen Vorlieben – beide Ergebnisse haben ihren Reiz.
Nachdem das überstehende Bindematerial abgeschnitten wurde, kann man die Enden mit einem kleinen Tropfen Kleber gegen das Herausrutschen sichern.
Das fertige Ergebnis hat aus meiner Sicht einen eher archaischen Charme, ist aber wesentlich schöner als jedes Stück Plastik …

Macht’s gut
Werner

Ein Wochenende voller Messergriffe

Diese Klingen lagen schon eine ganze Weile in meinem Schrank und jetzt war es Zeit sie mit Griffen zu versehen. Eine Löffelmesserklinge von Robin Wood, eine Schnitzmesserklinge von Nic Westermann und eine schöne Damastklinge von Jan Krauter. Die beiden Schnitzmesserklingen sollten mit so wenig Aufwand wie möglich  mit einem Griff versehen werden. Für die Damastklinge war etws mehr Zeit vorgesehen.

Das Holz für die beiden Schnitzmesser musste noch zugeschnitten werden und auch ein Stück Kameldornholzwurzel als Kontrastholz für das Damastmesser.

Der Griff aus Ahorn für das Schnitzmesser und der Eschegriff für das Löffelmesser wurden ausschliesslich mit dem Ziehmesser und dem Schweifhobel geformt. Das ging wirklich sehr zügig.

Anschliessend die Löcher für die Erle gebohrt. Sehr hilfreich ist dabei ein überlanger Bohrer und das Räumwerkzeug, das ich aus einem alten Stichsägeblatt erstellte. Dann folgt das Kleben mit 2K-Kleber. Wenn ich schon einmal Kleber anmische, dann wird auch noch anderes geflickt … 🙂

Die Schnitzmesser waren schon toll: ausgehärtetter Kleber = fertiges Messer. Das Damastmesser machte jetzt erst richtig Arbeit. Kontur sägen, raspeln und feilen. Das macht eine Menge Staub, aber die Form wird dann auch Stück für Stück so wie gewollt.

Dieses Wochenende hat mir Spass gemacht und aus meiner Sicht schöne Ergebnisse geliefert.

Das Werkzeug: Schnitzbeil

Heute darf ich euch wieder einen Gastbeitrag von Werner Fuchs präsentieren. Ohne viele weitere Worte übergebe ich ihm das Heft.


DAS SCHNITZBEIL – AUCH EINE STI(E)LFRAGE

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ganz anderer Beitrag stehen – einer den ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit zugesagt habe, aber leider brauche ich dafür einen ganzen Tag schönes Wetter und das war bis jetzt das große Hindernis …

Deshalb hier (sozusagen zur Überbrückung) ein paar Gedanken zum Thema Axt (ich benutze hier des Öfteren den Ausdruck Axt – wer sich aus welchen Gründen auch immer daran stört, soll ihn meinetwegen durch Beil ersetzen). Aus meiner Sicht ist die Axt das am meisten unterschätzte Schnitzwerkzeug – wir entfernen circa 90% des „überflüssigen“ Holzes eines Löffels mit der Axt und das in nur in etwa einem Viertel der gesamten Zeit, die wir brauchen um fertig zu werden. Egal was man schnitzen möchte, das erste Werkzeug, das man üblicherweise benutzt ist die Axt, mit ihr legt man auch die grundlegenden Formen fest. Es verdient schon irgendwie eine genauere Betrachtung, das Teil, das offenbar unheimlich effektiv ist und zudem schon ganz am Anfang des Projekts darüber entscheidet wie unser Ergebnis aussehen wird – egal ob es ein Löffel, eine Schüssel, ein Butterstreicher, ein Zaun, ein Rechen oder was auch immer wird … Grundsätzlich ist es zwar möglich mit einer Axt aus dem Baumarkt zu schnitzen, aber das ist aus meiner Sicht maximal die zweitbeste Lösung. Zum Einen liegt das daran, dass die gängigen Baumarkt-Gerätschaften eher zum spalten geeignet sind, beim Schnitzen will ich aber schneiden. Zum Anderen ist die Qualität meistens ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen billig und preiswert.

Wie soll sie denn dann aussehen unsere Axt?

Als erstes ein Blick auf den Teil der Axt, der uns am nächsten ist – den Stiel.

Von all den gängigen Formen, die ein Axtstiel haben kann – gerade, gebogen (unten auf dem Foto) oder geschwungen (oben auf dem Foto) – ist die geschwungene Form in jedem Fall vorzuziehen. Die Hand, die das Werkzeug führt, ist dadurch ein gutes Stück näher an der Schneide – die Axt fühlt sich dadurch wesentlich ausgewogener an. Der Unterschied ist auf dem Foto klar zu sehen; die gedachte Linie zwischen Axtkopf und Stielende hilft im Zweifelsfall die Abstände besser abzuschätzen. Ich konnte mich bis jetzt zumindest nicht mit geraden oder gebogenen Axtstielen anfreunden, sie mögen bei anderen Äxten ihre Berechtigung haben, aber zum Schnitzen sind sie zweite Wahl. Die vernünftige Länge des Stiels liegt nach meiner Erfahrung bei circa 30 bis 40 cm. Bei kürzeren Stielen verliert die Axt leicht die Balance, längere Stiele werden unhandlich und sind beim schnitzen störend.

Der nächste Blick gilt dann wohl dem Axtkopf. Alle aus meiner Sicht empfehlenswerten Äxte haben einen relativ schlanken Kopf – wir erinnern uns, wir wollen schneiden, nicht spalten. Zudem besitzen sie alle einen flachen Anschliff, etwas was man gemeinhin so nicht bei einer Axt erwartet. Üblicherweise ist der Schliff einer Axt ballig, je nach Einsatzzweck mal mehr mal weniger. Ich bevorzuge jedoch schon seit längerem einen flachen Anschliff etwa in der Art, wie wir ihn auch bei unseren Schnitzmessern vorfinden, der Schliffwinkel Weiterlesen