Guten Hunger!

ein neuer Löffel, eine neue Schalenform und nichts trennt uns mehr von einem gesunden Frühstück 😉

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A new spoon, a new bowl shape and we can enjoy a healthy breakfast 😉

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Ahorn unter der Axt

Vielleicht kann sich der eine oder andere an meinen Beitrag im April erinnern in dem ich einen saftfrischen Ahornstamm spaltete. Seit dem ist sehr viel Zeit vergangen, zumindest in Massstäben der Grünholzbearbeitung, und die Spaltlinge sind eher trockenes Holz. Ich habe mich entschlossen trotzdem an dem ursprünglichen Plan fest zu halten und sie in Möbelbauholz umzugestalten, auch wenn es deutlich aufwändiger ist als anfangs erhofft.

Aus dem Haufen gespaltenem Holz sollen die Beine und Friese für einen kleinen Schrank entstehen. Gut zu sehen ist, dass der Stamm einen leichten Drehwuchs hat und dass einige andere Unebenheiten begradigt werden müssen. Dies erledige ich mit der Axt.

Am ersten Bein zeigte sich jedoch gleich, dass das Holz inzwischen so trocken ist, dass ich nur das allernötigste bearbeiten möchte. Daher zurück auf die Werkbank mit dem Teil und mit der Schlagschnur die Beinbreite (mit etwas Aufmass ;-)) angezeichnet.
Anschliessend wird mit dem Spaltmesser und der Axt bis nahe an den Strich gearbeitet.

Vor dem nächsten Arbeitsschritt wird die Schneide der  Axt wieder auf vordermann gebracht und dann der Spaltling nach Augenmass solange bearbeitet bis eine vertretbare Ebene und verwindungsfreie Fläche entstanden ist.

Ab jetzt entspricht die Bearbeitung der eines sägerauen Brettes. Mit Schlicht- und Doppelhobel und anschliessend einem Bailey No5 entsteht die erste Referenzfläche.

Die anschliessende Kante wird wieder mit Schlagschnur und Axt vorbereitet.

Die Hobel helfen auch hier eine saubere und winklige Fläche zu erzeugen. Von den nun entstandenen Referenzflächen aus kann das Streichmass seine Arbeit verrichten.

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Bis zu diesem Punkt werden jetzt alle Spaltlinge bearbeitet. Danach wende ich mich den anderen Flächen zu und es gibt neue Bilder…


The maple I split in April is becomming dry fast. I still press on and use axe and plane to turn the split wood into parts to be used in a small cabinet.

Ahorn als frisches Holz

Wo kommen wir denn hin, wenn dieser Stamm einfach verhäckselt wird?! Das fragte ich mich, als ich erfuhr, dass ein Ahornstamm zu Brennholz bzw. Häcksel werden sollte.

Nach ein paar freundlichen Worten mit meinem Kollegen bekam ich nicht nur das Holz, er half mir kettensägenlosen Mensch mit seiner Kettensäge auch noch mit dem Zersägen in handlichere Stücke.  Daheim angekommen bewunderte ich noch einmal die zwei Stammstücke mit ca 40 cm Durchmesser am Zopfende und setzte mich dann hin um mir darüber im  klaren zu werden, was ich denn mit diesem plötzlichen Segen anfangen sollte.

Wäre es Eichenholz hätte ich es an einen schattigen Ort gelegt und erst ein mal vergessen. Mit einem so heiklen Holz wie Ahorn kann man das natürlich nicht machen! Mir blieb also nichts anderes übrig als das Holz in verwendbare Teile zu zerlegen. Einige Tage wurden mögliche Projekte gewälzt und dann machte ich mich ans aufspalten. In der Holzfachliteratur lernte ich vor einiger Zeit, dass Ahorn sich leicht spalten lässt. Na dann, frisch ans Werk!

Nach den ersten 10 Minuten schwand mein Optimismus, dieser Stamm hatte ganz andere Vorstellungen vom leichten Spalten als ich.
Meine Aluminiumkeile, die bisher wenig Probleme hatten einen Stamm zu spalten, sprangen hier jedes Mal wieder heraus. Zum Glück hatte ich einige schlanke Hartholzkeile, mit denen ich am Stammende einen Spalt öffnen und meine dünnen Kunststoffkeile eintreiben konnte.

Sobald die Kunststoffkeile weit genug eingetrieben waren, griffen auch die Alukeile und der Spalt zog sich sauber bis zum Stammende durch.

Mit der Methode; Holzkeil, Kunstoffkeil und dann Alukeil spaltete ich in den folgenden Tagen den ein Meter langen Stammabschnitt auf. Anschliessend begann ich auch mit dem kurzen Stück, bis mir klar wurde, dass ich, durch andere Aufgaben bedingt, gar nicht dazu kommen würde die bisher ausgespaltenen Teile vorzubereiten bevor sie stark austrockneten.

Also hielt ich inne und begann damit den Markröhrenbereich mit einem Spaltmesser ab zu spalten und mit einer Axt die Teile zu zurichten.

Tja, und damit bin ich nun Stundenweise immer noch beschäftigt und merke jedes Mal, dass das Holz trockener und die Bearbeitung mühevoller wird. Leider kann man es nicht zwingen und ich muss mich in Gelduld üben. So wie viele Landleute landauf, landab jetzt geduldig warten müssen was sich nach den vergangenen Frostnächten von der Blütenpracht noch erhalten hat…

Splitting out some pieces from a maple log I was given. This is a lot more work than I envisioned. I only was able to get into the log by using thin wooden wedges. My aluminium wedges jumped right out of the wood every time I tried to drive them in. Now I am still busy roughing out the pieces and hope I will finish this part of the process before the stuff gets to dry.

Formenexperimente / experiments

Immer mal wieder verwende ich Löffel, die ich als nicht so gelungen betrachte für Kerbschnittexperimente. Sollte dabei etwas schief gehen ist es nicht weiter schlimm. Dieses Mal hat das Experiment zu einem interessanten Ergebnis geführt. Durch die Verfielfältigung des einfachen Dreischnitts und die Spiegelung in der Symetrieachse entsteht ein ganz eigenwilliges Licht und Schattenspiel.

Bei dem grösseren Löffel wollte ich die Laffenform, wie ich sie bei diesen Esslöffeln formte, auf eine Schöpflöffelform übertragen. Ein Ergebnis das sich weiter verfolgen lässt.
Beide Löffel wurden aus feuchtem Ahornholz geschnitzt. Ganz frisch ist es nicht mehr gewesen und da Ahorn sehr leicht stockt sind auch die Stockflecken immer wieder präsent.

Wie haltbar sind Holzlöffel?

Jeder kennt den Holzkochlöffel aus der Küche und kann bestätigen,dass der einiges aushält.
Wie sieht es aber mit anderen Holzlöffeln wie Aufgebe-, Schöpf- und Esslöffel aus?
Da in der Zwischenzeit in den meisten Haushalten der Holzlöffel weitgehend verschwunden ist, bis auf ein hin und wieder vorhandenes Salatbesteck, stellt sich oft die Frage ob so ein Holzlöffel überhaupt für den harten Alltagsgebrauch geeignet ist.

Anhand von drei Löffeln möchte ich zeigen, dass das durchaus der Fall sein kann. Die Bilder zeigen die ersten Holzlöffel, die ich aus Begeisterung und mit dem Ziel sie zu nutzen erwarb. Sie sind alle von Barnaby Carder alias Barn the Spoon. Seine Löffel gehören für mich nach wie vor zu den am best durchdachten Gebrauchslöffeln die ich bisher gesehen und genutz habe.

Fangen wir mit den Aufgebelöffeln an:

Diese Aufgebelöffel sind aus Kirsche geschnitzt, liegen wunderbar in der Hand und sind täglich bei uns im Einsatz. Sie kommen sowohl mit heissen als auch mit kalten Speisen in Berührung. Hinterher werden sie natürlich abgewaschen und werden auch mal im Einweichwasser vergessen, wo sie dann erst am nächsten Morgen gerettet werden. Da das Liegen im Wasser und das damit verbundene Quellen und anschliessende Trocknen, eine der grössten Strapazen für Holzlöffel sind, kann man erkennen, dass ihnen fast nichts erspart bleibt. Das Einzige was sie nicht aushalten müssen ist die Spülmaschine.

Seit November 2011, inzwischen also über 2 Jahre, sind die Löffel bei uns im Gebrauch. Auf den Bildern erkennt man, dass sie an den häufig benutzten Kanten etwas abgeschabt sind. Ansonsten aber noch tadellos in Ordnung. Kein Reissen, kein Verwinden!

Weiter geht es mit meinem Esslöffel. Weiterlesen