Ein Wochenende voller Messergriffe

Diese Klingen lagen schon eine ganze Weile in meinem Schrank und jetzt war es Zeit sie mit Griffen zu versehen. Eine Löffelmesserklinge von Robin Wood, eine Schnitzmesserklinge von Nic Westermann und eine schöne Damastklinge von Jan Krauter. Die beiden Schnitzmesserklingen sollten mit so wenig Aufwand wie möglich  mit einem Griff versehen werden. Für die Damastklinge war etws mehr Zeit vorgesehen.

Das Holz für die beiden Schnitzmesser musste noch zugeschnitten werden und auch ein Stück Kameldornholzwurzel als Kontrastholz für das Damastmesser.

Der Griff aus Ahorn für das Schnitzmesser und der Eschegriff für das Löffelmesser wurden ausschliesslich mit dem Ziehmesser und dem Schweifhobel geformt. Das ging wirklich sehr zügig.

Anschliessend die Löcher für die Erle gebohrt. Sehr hilfreich ist dabei ein überlanger Bohrer und das Räumwerkzeug, das ich aus einem alten Stichsägeblatt erstellte. Dann folgt das Kleben mit 2K-Kleber. Wenn ich schon einmal Kleber anmische, dann wird auch noch anderes geflickt … :-)

Die Schnitzmesser waren schon toll: ausgehärtetter Kleber = fertiges Messer. Das Damastmesser machte jetzt erst richtig Arbeit. Kontur sägen, raspeln und feilen. Das macht eine Menge Staub, aber die Form wird dann auch Stück für Stück so wie gewollt.

Dieses Wochenende hat mir Spass gemacht und aus meiner Sicht schöne Ergebnisse geliefert.

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Projekt abgeschlossen

Endlich! Dieses Projekt begann als kleiner Lückenfüller und wurde dann zu einem Staubfänger, Im-Weg-rum-Liegen, Jetzt-keine-Lust Objekt. Immer von einer Kiste in die andere geräumt und doch nie fertig gestellt.

Als ich nach einer Anwendungsmöglichkeit für mein neues Interesse an Leinölfarben suchte, kam mir die glänzende Idee das Teil endlich zu einem guten Ende zu bringen.

Dazu kramte ich die Teile die ich vor ca. 2 Jahren aus Gelbholz geschnitzt hatte hervor. Natürlich vergass ich sie in ihrem aus-der-Kiste-Zustand zu fotografieren. Anhand eines Bildes aus dem Buch „Schnitzen“ von Jögge Sundqvist könnt ihr sicher nachvollziehen wie ich beim Schnitzen vorgegangen bin.

Nach dem Trennen Weiterlesen

Endlich Schuhe ausziehen

Nach einem langen Arbeitstag ist es doch wirklich eine Wohltat nach Hause zu kommen und sich die Schuhe aus zu ziehen. Zu oft artete dieser Akt jedoch mehr in Turnen als in eine Entspannung aus. Um diesem Umstand ein Ende zu setzen wurden einige Escheteile an der Schnitzbank bearbeitet. Die Zapfen angeschnitten und die Löcher gebohrt. Leider sind nur zwei „Zwischenschrittbilder“ entstanden, diese möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Die langen Sprossen sind wirklich ein ganzes Stück länger als die meiner Hocker. Das Zusammenpressen der Seitenteile mit diesen langen Sprossen, hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ohne ein zweites Paar Hände wären sie mir gebrochen denn man musste sie die ganze Zeit am seitlichen Ausweichen hindern. Zuletzt war es geschafft und der Rahmen zusammengepresst. Da ich leider noch nicht ganz firm im Herstellen von Brettern mit Handwerkzeugen bin (erstens fehlt die Erfahrung und zweitens das Werkzeug), hat mir der örtliche Schreiner aus Esche zwei Bretter gemacht die als Sitzfläche und Fachboden dienen. Beim Abholen der Bretter musste ich doch ein wenig schlucken über die Menge der Scheine die ich bei ihm lassen musste. Demzufolge werde ich mich in Zukunft  mehr mit der Verarbeitung von gesägtem und getrocknetem Holz befassen.
Natürlich kann man Möbel aus frischem Holz bauen wie z.B.  Peter Follansbee es zeigt. Aber auch das hat noch Zeit bis ich es ausprobiere.
Wer genau hinsieht wird feststellen, dass aus den zwei Brettern dann drei geworden sind. Ich war doch etwas zu optimistisch und musste das Brett für den Boden auftrennen um es einfädeln zu können. Befestigt sind die Bretter mit Holznägeln.

Und so kann man endlich in aller Gemütlichkeit die Schuhe von den Füssen ziehen.

Sitzmöbel gut zum sitzen

Wer sich an diesen Beitrag erinnert wird noch die Hockergestelle vor Augen haben und weiss vielleicht noch, dass sie unterschiedliche Masse haben. Aus diesen Gestellen sind in der Zwischenzeit „besitzbare“ Möbel geworden.

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Neben den unterschiedlichen Massen die jeder Hocker erhalten hat, sind die Sitze auch unterschiedlich gepolstert. Jeweils einer mit kardierter Wolle, einer mit wenigen Spänen und einer richtig prall mit Spänen gestopft. Die Späne entstanden beim Zurichten der Beine.

Nach drei Monaten täglichen Gebrauchs stellen wir folgendes fest.

  • je weniger die Sitzfläche gepolstert ist, desto niedriger sollte der Hocker sein. Wenn die Spannung der Gurte nachlässt und das Polster zusammen gesessen ist, drückt die vordere Sprosse unangenehm in die Oberschenkel.
  • eine etwas zu niedrige Sitzhöhe ist angenehmer als eine zu hohe.
  • kleine Höhenänderungen (z.T. reichen 5 mm) machen sich deutlich bemerkbar.
  • Späne als Polstermaterial sind nur dann geeignet, wenn man auf gleichmässige Spandicke achtet. Zu kräftige Späne „stupfen“ gerne. Bequem sitzen ist anders ;-)
  • Damit die Späne nach einiger Zeit noch ihren Zweck als Polstermaterial erfüllen, muss man sehr dicht stopfen und die Gurte straff nachspannen.
  • Die Wollvariante ist die bequemste. Leider schleichen sich immer wieder Wollefussel zwischen den Gurten durch und hängen sich an die Kleider oder gesellen sich zum Staub.
  • Ein lichtes Mass zwischen den Beinen von weniger als 39 cm wurde als unbequem empfunden.
  • Die optimale Sitzhöhe pendelte sich bei 48cm ein (Oberkante vordere Sprosse).

Neben den Hockern ist Weiterlesen

Sitzmöbel

Seit einiger Zeit bin ich dabei einen Eschestamm zu verarbeiten.
Zu meinem Ärger musste ich feststellen, dass ich den Stamm ewas lange im Wald liegen liess. In der Zwischenzeit sind einige Lebewesen dabei das Holz an zu nagen. Besonders dort wo der Stamm auf der Erde lag sind einige Käfer zu gange. Aber nicht nur die Käfer sind am Werk, auch etwas anderes muss der Stabilität des Holzes zugesetzt haben. Im Vergleich zu anderen Eschestämmen ist das Holz in dem Bereich etwas spröder und nach dem trocknen bedeutend leichter.
Damit die Sitzmöbel dennoch stabil genug sind ist einiges Holz, dass ich sonst für Bauteile verwendet hätte, auf dem Brennholzstapel gelandet. Auch den Käfern wurde das Leben so ungemütlich wie möglich gemacht. Ich hoffe, dass keine mehr in den Hockern am knabbern sind.

Bisher sind einige Hocker und auch ein Kinderstuhl entstanden.

Der Kinderhocker wurde einfach aus einem Schemel entwickelt der zuvor schon mal in meiner Werkstatt entstand. Noch ist kein dampfgebogenes Teil an dem Stühlchen. Ich hoffe ,dass ich im nächsten Jahr alle notwendigen Vorrichtungen bauen kann.

Da wir im Hause Diskussionen über die optimale Grösse und Sitzhöhe führen, sind die Dimensionen aller Hocker unteschiedlich. Es wird spannend ob und wie sich die Änderungen bemerkbar machen.

Pressbengel für Buchbinderpresse

Ich wurde gebeten für eine alte Buchbinderpresse einen neuen Pressbengel zu fertigen.

Aus einem Stück Brennholz noch etwas Brauchbares machen wollte ich schon immer. Und da ich abgelagertes Holz für mein Vorhaben brauchte, habe ich den Brennholzstapel durchsucht. Ein passendes Stück liess sich zum Glück finden. Das Spalten klappte wunderbar und mit Hobel, Säge, Stecheisen und Bohrer bin ich dem Brettchen zu Leibe gerückt. Ganz nett was aus Brennholz werden kann.

Ich war gerade so im Fluss, dass die Spannknebel auch ein wenig Aufmerksamkeit bekamen. Das verdrückte Holz musste dem Hobel weichen und was dann noch etwas faserig war wurde mit Leim stabilisiert. Zu guter letzt wurden alle rohen Oberflächen mit Hartöl eingelassen.