Wo ist der Doktor?

Volker ist schuld!
Lest ja nicht seinen Blog! Dabei kommt man nur auf dumme Gedanken oder steckt sich an. Er wollte schon einen Spezialisten aufsuchen. Ich muss ihn unbedingt fragen ob es was genützt hat.

Auf jeden Fall habe ich, nach der Lektüre seines Artikels, dieses Stück Brennholz nicht einfach in den Sack geworfen sondern noch ein mal prüfend angesehen und dann …

dann nahm das Formengeben seinen Lauf und mit Hilfe von Axt, Messer, Säge, Bohrer und Pinsel sind die folgenden von Jögge Sundqvist angeregten Herzen entstanden.

Ach ja Volker, ich brauche keinen Spezialisten, mit dieser Krankheit lässt es sich sehr gut leben ;-)

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2½ Tage

Ich durfte und konnte mich 2 ½ Tage auf das Löffelschnitzen konzentrieren. Dabei ist dann doch eine kleine Palette netter Löffel entstanden. Eigentlich wollte ich mich auf eine Form konzentieren, aber das Holz liess sich so gut schnitzen, dass ich nichts wegwerfen wollte und so verleitet wurde aus jedem Stückchen etwas zu machen. Die Kirsche die das Holz lieferte hat nette Flecken in das weisse Splintholz verpackt.

Danke für das Holz Werner!

 

I had some 2 ½ days of dedicated spoon carving time. I am glad how these turned out. They where carved form some nice cherry.

Der widerspenstige Ast

Manchmal läuft mir ein Stück Holz über den Weg bei dem ich grosses Potential für interessante Löffel sehe.

Der Pflaumenast hier versprach auch so einiges … an Arbeit!
Eigentlich selber Schuld, hätte ich ihn mir genauer angesehen, so wäre er vermutlich direkt auf dem Brennholzhaufen gelandet. Nachdem ich aber schon angefangen hatte, wollte ich nicht mehr zurück, und so rangen der Ast und ich eine gute Weile miteinader.

Zuerst meinte ich noch ganz zuversichtlich allein mit dem Spaltmesser die Arbeit zu bewältigen. Das war schon mal der erste falsche Ansatz. Also nahm ich Holz- und Alukeile zu Hilfe und öffnete so langsam den ersten Spalt. Lasst euch vom Holzklüpfel im Hintergrund nicht täuschen, hier waren Fäustel und Vorschlaghammer gefragt :-D
Auf dem ersten Bild sieht man gut, dass ich mir ein wenig Mühe sparen wollte, ich entfernte die Rinde nicht. Das Entfernen ist allerdings sehr sinnvoll, da man dadurch eine widerspenstige Schicht los wird und ausserdem den Riss besser sieht und so die Keile präziser setzen kann. Na, ich habs dann nachgeholt.

Weiter ging es Stück für Stück. Ohne eine Axt und das Stecheisen hätte ich vermutlich hier aufgegeben. Die Fasern hielten wahnsinnig gut zusammen, sodass ich sie einzeln durchtrennen musste bis dann endlich zwei Teile vor mir lagen.

Die untere Hälfte war etwas zu wuchtig und so entschied ich mich noch etwas mehr Holz weg zu spalten. Dieses Mal ging es einfacher, bis ich unvermutet auf die Fasern eines quer laufenden Astes stiess. Dieser Ast war eigentlich schon die ganze Zeit über sichtbar. Ich wollte nur vermutlich nicht wahr haben, dass das hier besser auf dem Brennholzhaufen aufgehoben wäre.

Nun ja, einmal angefangen will ich wirklich sehen wass alles aus dem Knorren werden kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Leffe und Hoanzlbeng – Impressionen

Jetzt ist es schon wieder eine Woche her, dass wir unser erstes Grünholztreffen erleben durften.

Vielen Dank an unsere Kursleiter Karel Hekrle und Jane Mickelborough (Jane reiste spontan aus Frankreich an). Vor allem aber an Tilman Greiner der unser Treffen mit seiner Wippdrechselbank bereicherte, und um alles unter zu bringen, den Weg mit einem Anhänger zu uns machen musste.
Der Jexhof mit seiner charmanten Atmosphäre und den netten und hilfsbereiten Mitarbeitern hat unglaublich viel zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Für uns war es eine dufte Zeit und wir haben uns gefreut neue Gesichter kennen zu lernen. Das Arbeiten am frischen Holz mit Gleichgesinnten ist wirklich immer wieder ein besonderes Erlebnis. So wie es von vielen ausgedrückt wurde hoffen wir auch auf eine Wiederholung des Treffens. Sollte ein neuer Termin feststehen, werden wir ihn rechtzeitig bekannt geben.

Zu guter letzt hier noch ein paar Bilder von unserer „Fotoreporterin“ Kerstin. Viel Spass beim Wiedererleben der schönen Augenblicke.

2016_frischesholz-44 Hoch die Löffel

Der Zeltplatz auf der Obstwiese war schön, bis auf die Mücken

Grundlagen der Axt mit Karel

Esslöffelgestaltung mit Werner

Oberflächendekoration nach alpenländischer und bretonischer Art mit Jane und Frederik

Tilman zeigt den Umgang mit der Wippdrehbank und ein spezielles Werkzeug um Nuten in Grünholzmöbeln her zu stellen

facetierte Teelöffel mit Karel

Grundlagen des Schnitzmessers mit Frederik

Weitere Impressionen

 

 

 

Marktplatz

Ich hätte nie gedacht, dass ich mir über einen Marktplatz einmal den Kopf zerbrechen würde. Warum auch, Marktplätze sind Sache der Gemeinden. In diesem speziellen Fall allerdings bin ich die Gemeinde und der Marktplatz befindet sich auf meinem Blog. Und dann sollte man sich allerdings Gedanken zu dem Thema machen.

Ich bekomme immer wieder Anfragen zu Bildern meiner Löffel. Am einfachsten wäre es da einen Laden auf meinem Blog ein zu richten und die Frager darauf zu verweisen. Doch will ich das? Auf diesem Blog?

Bisher habe ich alle Anfragen nach komerziellen Kooperationen abgelehnt, da ich diesen Blog als kostenfreie Informationsquelle für alle die sich mit der Grünholzarbeit beschäftigen möchten, betrachte. Ich erwähne Werkzeuge und Hersteller, ob Einzelkämpfer oder Firmen, weil ich das Werkzeug gut finde und nicht weil ich in irgend einer Form dafür vergütet werde. Hier werden Kurse oder Veranstaltungen vorgestellt da ich mich mit dem Zweck identifizieren kann oder das Angebotene fördern will, aber nicht weil ich mich irgendwem gegenüber verpflichtet fühle.

Ich fragte mich, wie ich dem Bedürfnis nach einfacherer Präsentation der Gegenstände und meiner Abneigung diesen Blog zu komerzialisieren gerecht werden könne. In meinen Überlegungen tauchte dabei immer wieder der Marktplatz auf. Nicht weil es auf einem Marktplatz nicht um Kommerz ginge. Nein, natürlich wollen fast alle die auf einem Markt unterwegs sind handeln und ihre Ware an den Mann bringen. Doch dabei kommt etwas Wesentliches zum Tragen. Das Gespräch, der Handel!

Ich möchte es einmal ausprobieren ob sich dadurch, dass ich meinen Gegenüber anrege nachzudenken und mir vielleicht sogar Etwas anzubieten das ich brauchen könnte, eine tiefere Beziehung zu den erhandelten Gegenständen und dem Handwerker entsteht.

Manch einer wird argumentieren, dass dieses Vorgehen zu umständlich sei und dadurch mancher Verkauf oder Handel nicht stattfinden wird. Das stimmt, aber muss ich denn Löffel oder sonstige Gegenstände verkaufen? Nein, muss ich nicht, ich kann mir die Freiheit nehmen sie einfach ohne Verkaufszwang zu schnitzen und vielleicht hier im Marktplatz zu zeigen. Solange ich das kann freue ich mich und geniesse es.

Wie sich der Marktplatz entwickeln und verändern wird muss die Zukunft zeigen. Bis dahin freue ich mich über eure Gedanken zu diesem Thema.

Spänerei aufräumen

Vergangenes Wochenende waren wir zu dritt und verwandelten etliches Holz in Späne, aber auch in interessante Objekte.

Dafür das wir in Werners Haus Späne in alle Winkel tragen durften kamen Karel und ich von weit her angereist. Karel machte sich von Tschechien aus auf den Weg, während ich von Schaffhausen aus aufbrach.
Kaum angekommen, wurde das vorhandene und mitgebrachte Holz geprüft und vorbereitet. Nach einer kurzen Diskussion entschieden sich Karel und Werner als Einstieg für eine Kuksa, während ich mich dezent mit einem Löffel beschäftigte. Das leckere Mittagessen gab  die erste Gelegenheit die mitgebrachten Werke zu bewundern.

Dabei zeigte Karel einen kleinen Schöpfer der fast fertig war und der mich so faszinierte, dass ich einen ähnlichen im Laufe des Tages machen wollte. Dazwischen musste ich aber wieder einmal versuchen ein unmögliches Stück Holz zu einem Löffel zu verarbeiten. Das führte zwar zu einem interessanten, aber nicht wirklich befriedigenden Ergebnis.

Zwischendurch wurden wir von Werner und seiner Frau mit leckeren Stärkungen erfrischt. So konnten wir mit immer neuen Kräften weiter schnitzen. Vielen Dank dafür!

Gegen Abend zeigte sich so langsam, dass wir uns nicht nur auf der Veranda breit gemacht sondern auch einiges an Holz umgewandelt hatten. Der Name „Spänerei“ für unser kleines Treffen bewahrheitete sich also ;-)

Nach dem Aufräumen war natürlich nicht Schluss mit dem Thema schnitzen und Löffel, nein, es wurde bis tief in die Nacht gefachsimpelt.

Ich möchte mich bei Werner und seiner Familie für die Gastfreundschaft bedanken. Wir haben uns wirklich wohl gefühlt und ich hoffe auf eine Wiederholung. Danke Karel, dass du die weite Fahrt gemacht hast. Es war schön mit dir zu schnitzen.

Zu guter Letzt noch unsere gesammlten Werke aus Kirsche, Apfel und Blutpflaume.